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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  e  a  1  a

ergehen  pflege,  in  denen  sich  Ähnliches  ereignet,  wie  in  Theben.  Das
Verbum  awrapdoGcvrai  würde  also  in  diesem  Contexte  dem  in  V.  1015
gebrauchten  vggüv  entsprechen.
Nur  ein  Bedenken  würde  auch  hei  dieser  Versetzung  nicht
behoben,  nämlich  jenes,  welches  in  den  Worten  oewv  Gnapayfxar'
liegt.  Diese  Ausdrucksweise  können  wir  dem  Sophokles  nicht  zumuthen
und  mit  Recht  hat  Meineke  sie  entschieden  verworfen  und  die  Forderung ­
  gestellt,  man  solle  beweisen,  dass  ögmv  GKapaytxara  etwas
Anderes  bedeuten  könne  als  so  vieler  Städte  zerrissene
Stücke.  Statt  GKapd.yixa.rrx,  das  gewiss  nicht  an  und  für  sich  zerfetzte ­
  Leichname  bedeuten  kann,  würde  man  vsxpoü?  GKapa-’/Jdivrag
  oder  etwas  Ähnliches  erwarten.  Doch  vielleicht  sind  die
Worte  ggojv  GKapdy/xar  eorrupt,  von  welcher  Voraussetzung  auch
Seyflert  ausgeht,  ohne  dass  freilich  seine  Conjectur  Sggjv  rd  Kpdyixar’
  annehmbar  genannt  werden  könnte.
Das  Bedenken,  welches  Nauck  in  den  Worten  ssrii0-/ov  ig  nokrj
gefunden  zu  haben  glaubt  und  durch  die  in  den  Text  aufgenommene
Conjectur  sutigö/gv  ig  nölov  (zum  heimatlichen  Himmelsraum)  <)
beseitigt  wissen  will  ,  ist  unbegründet.  „'Eurosö^ov  ig  nihv,  wie
bisher  gelesen  wurde,  kann  nach  kügui  nölsig  nicht  richtig  sein:
'Die  Städte,  wo  Vögel  den  Geruch  des  Aases  in  die  Stadt  schleppen’.
Dabei  musste  für  eine  unerweisbare  Bedeutung  fingirt
werden“.  Nauck.  Aber  lortoü^ov  ig  ttöAjv  nach  näaai  Kolmg  ist
höchstens  eine  leichte  Nachlässigkeit  des  Ausdrucks,  die  Nauek’s
Gefühl  nur  desshalb  so  sehr  verletzt,  weil  er  sie  unrichtiger  Weise
zu  grell  auflasst:  denn  er  übertreibt  offenbar,  wenn  er  übersetzt
„die  Städte,  wo  (!)  Vögel  den  Geruch  des  Aases  in  die  Stadt  schleppen“. ­
  Eine  solche  Nachlässigkeit  wäre  allerdings  sehr  stark;  aber
Nauck  hat  übersehen,  dass  die  Worte  ig  nohv  nicht  in  so

*)  Diese  Conjectur  wäre  auch  in  dem  Falle,  wenn  ItfrioO^ov  ig  ttoAiv  eorrupt  sein
sollte,  offenbar  unrichtig.  Denn  gewiss  steht  o’WTCtpöoJGS'jSca  und  (pspsiv  avoctov
OGp'YjV  in  Wechselbeziehung;  dieses  ist  die  Ursache,  jenes  die  Wirkung.
Dasjenige,  was  von  der  xvoaiog  oap:/]  erfüllt  wird,  cruvrapa<7<7erai;  da  nun  die
Städte  ffuvrapaffffovroet,  so  müssen  auch  sie  es  sein,  in  welche  oloivdg  epips
avcdiov  oö|ji^v.  —  Aus  Bonitz’s  Beiträgen  (S.  70)  ersehe  ich,  dass  Arndt  die
Böckh 1  sehe  Erklärung  von  eor.  ig  ttoXiv,  die  ich  nicht  billigen  kann,  gegen  Schneidewin
  und  Nauck  vertheidigt.  Mir  stand  leider  das  betreffende  Programm  des  Gymnasiums ­
  zu  Neubrandenburg  (1834)  nicht  zu  Gebote,
            
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