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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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An  unserer  Stelle,  nach  V.  1079,  schliesst  der  Context  diese
Verse  entschieden  aus.  Es  ist  überhaupt  nicht  denkbar,  dass  Teiresias,
nachdem  er  die  für  das  an  Polyneikes  und  Antigone  verübte  Verbrechen
gebührende  Strale  dargestellt  und  mit  xai  r«vt’  äSprjaov  arA.  offenbar
abgeschlossen  hat,  nun  erst  noch  „das  drohende  Unheil  auf  den
gesammten  Staat  ausdehnen“  (um  mit  Sclmeidewin  zu  reden)  sollte.
V.  1077—1079  bilden  offenbar  den  Abschluss  der  Verkündigung  der
drohenden  Strafe  aus,  was  auch  schon  daraus  ersichtlich  ist,  dass
Teiresias  mit  den  Worten  favsXydp  ov  p.ctxpov  ypövou  rptßv}
arA.  zu  dem  in  der  Einleitung  Gesagten  (V.  1064  f.  «AA’  ev  yi  toi
xdTcaSi  p.'n  n  o  A  A  o  0  g  in  r  p  o  y  o  u  g  de  pu  A  A  r;  r  rj  pug  r/Xiov  Tshlv)
zurückkehrt.  Es  ist  ja  eine  bekannte  Erscheinung,  dass  oft  der  Abschluss ­
  dadurch  gebildet  wird,  dass  man  das  zu  Anfang  Gesagte  in
derselben  oder  in  einer  variirten  Form  vorbringt.  —  Und  wenn  man
auch  die  Möglichkeit  zugäbe,  dass  Sophokles  die  Erwähnung  des
dem  gesammten  Staate  drohenden  Unheils  hätte  anfügen  können,  so
hätte  er  doch  einen  passenden  Übergang  anwenden  und  das  Verhältnis ­
  dieser  zwei  Gedanken  zu  einander  zweckmässig  ausdrücken
müssen;  denn  die  Anreihung  durch  di  ist  hier  so  ungeschickt  als
möglich.  Sclmeidewin  wollte  eine  Vermittlung  dadurch  gewinnen,
dass  er  nüacu  rcolsa;  auffasste  „der  Staat  in  seiner  Gesammtheit“,  so
dass  der  Zusammenhang  folgender  wäre:  „Nicht  blos  Familienunglück
steht  dir  bevor,  sondern  auch  eine  Erschütterung  des  gesammten
Staates,  da  ja  die  Staaten  in  ihrer  Gesammtheit;  erschüttert  werden,
deren“  u.  s.  w.  Aber  diese  Auffassung  muss  verworfen  werden,  wie
sie  bereits  Meineke  verworfen  hat;  denn  näocu  noAsig  kann  hier
sicherlich  nur  bedeuten  „alle  Stiidle“.
Ferner  lässt  iySpai  keine  genügende  Erklärung  zu;  denn  die
Ergänzung  raXg  ’EpcvOat  aus  V.  1076  ist  ganz  unmöglich,  wie  auch
schon  Meineke  erkannt  hat.  der  mit  Recht  behauptet,  dass  dem
iyd-pai  jede  Beziehung  fehlt.
Dies  Bedenken  würde  vollständig  wegfallen  durch  die  Versetzung
von  1080—1083  nach  1022;  denn  an  dieser  Stelle  wäre  die  Ergänzung ­
  cvjToXg  d.  i.  SsoXg  sehr  natürlich.  Eben  so  lässt  sich  nicht  in
Abrede  stellen,  dass  diese  vier  Verse  nach  1022  dem  Zusammenhänge
ganz  angemessen  wären.  Teiresias  würde  an  die  Darstellung  des
göttlichen  auf  Theben  lastenden  Unwillens  sehr  gut  die  allgemeine
Sentenz  anschliessen  können,  dass  es  überhaupt  allen  Städten  so  zu
            
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