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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  c  a  I  a

nicht  lange  wird  es  dauern“  haben  müssen,  dass  somit  auch  von
Schneidewin-Nauck  die  Ergänzung  egzc/.i  postulirt  wird,  wie  sie
Hermann  offen  postulirte.  Kann  dieses  Postulat  zugegeben  werden  ?
Ich  bezweifle,  dass  man  dafür  Analogien  beibringen  könnte.
Das  zweite  Bedenken  betrifft  die  für  podveiv  liier  angenommene
Bedeutung  „klar  machen“.  Niemals  bedeutet  pabeiv  rt  „etwas,  was
früher  dunkel,  rätbselbaft  war,  klar  machen“,  nie  tpaivszcä  p.ot  rt
„ich  werde  über  etwas,  was  ich  früher  nicht  begreifen  konnte,  aufgeklärt“. ­
  Oai'vstv  loyov  könnte  nur  die  einzige  Bedeutung  haben
„eine  Äusserung,  die  früher  ungesprochen  war,  nicht  existirte,  Vorbringen“; ­
  der  Gegensatz  von  pa'iveiv  Xöyov  ist  „schweigen“,  xeO-3-siv
  X070V.  Vgl.  620  f.  aopiq.  yöcp  ex  tou  xXsivgv  enog  Tclpavrat  und
die  von  Schneidewin  dazu  angeführten  Parallelstellen.  Dagegen  ist  es
durchaus  unnachweisbar,  dass  pabeiv  löyov  auch  bedeuten  könnte
„eine  schon  ausgesprochene,  aber  dunkle  Äusserung  klar  machen“,
welche  Bedeutung  man  hier  verlangt.
Die  andere  Auffassung,  der  zufolge  zptß-r,  als  Suhject  und  xmxülj.aza
  als  Object  von  panm  genommen  wird,  ist  in  jeder  Hinsicht  tadellos. ­
  3>at'veiv  xu)xup.aza  ist  „Klagen  zum  Vorschein  bringen,  entstehen
lassen“.  Wie  nahe  paiveiv  an  noielv  zi  ylyveaScu,  cpabeaScu  an
yiyveaSai  angrenzt,  beweist  z.  B.  Sopli.  Tracli.  743  rö  7dp  j)«v5ev
zig  av  dvvear’  av  d  7  e  v  rj  r  0  v  noieTv;
Es  sind  nun  freilich  verschiedene  Auffassungen  der  Worte
pavel  Goig  ddp-oig  xux6p.ar«  möglich.
a)  Man  kann  pc/lveiv  in  der  Bedeutung  „ertönen  lassen“  auffassen
und  den  Dativ  für  einen  localen  halten  (—  iv  aoig  öd/zot?).  Allerdings
wird  gewöhnlich  pubjeiv  in  der  Bedeutung  „entstehen  lassen“  mit
Bezug  auf  den  Gesichtssinn  gebraucht,  aber  nicht  eben  gar  selten
auch  mit  Beziehung  auf  das  Gehör.  So  schon  bei  Horn.  Od.  S  499
äotor,v  patveiv  „Gesang  ertönen  lassen“.  Acsch.  Eum.  541  aaX
öxepzovov  7vjpup.ee  peavezw  azpcczü).  Demnach  wäre  es  also  sehr  wohl
möglich,  die  Stelle  so  zu  erklären:  „Denn  eine  nicht  ferne  Zukunft
wird  in  deinem  Hause  Klagen  von  Männern  und  Weibern  oder  Klagen
um  Männer  und  Weiber  (über  die  Auffassung  des  Genetivs  wird  unten
zu  sprechen  sein)  ertönen  lassen“.
b)  Man  kann  aber  auch  mit  Beibehaltung  derselben  Bedeutung
von  pcüveiv  den  Dativ  aolg  d6[j.'jig  als  gewöhnlichen  Dativ  auffassen:
            
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