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Ts/cöv halte icli für unrichtig. Kann rsXstv von dem Zubringen,
Verleben eines Zeitabschnittes gebraucht werden? TeXeiv wird doch,
wie nhvräv, nur mit ßi'ov, aiüva u. ähnl. verbunden, um das Ende
des Lebens zu bezeichnen. Und wenn man auch mit Rücksicht auf
Pind. Pyth. 4, 104 (ßergk) zugäbe, dass teXsTv ttoAuv ypövov und
ähnliche Ausdrücke in dem Sinne ßiorsOsiv nolvv ypävov gebraucht
werden konnte: muss man nicht dennoch behaupten, dass jeder Zuhörer,
bevor er die Worte iv oiac xrX. zu hören bekam, die Worte
y.dnaSi jj.r) noXXov? src rpoyoög «puXXvjrfjpas v?Xtsu rsXoüv so verstanden
hätte: „wisse, dass du nicht mehr lange Zeit leben wirst“ und dass
er erst durch V. 1066 f. von diesem Irrthum abgebracht und belehrt
worden wäre, es handle sich nicht um Kreon’s baldiges Ende. Das
wichtigste Bedenken aber ist folgendes. Gesetzt dass reXeiv d. i. „vollenden“
gebraucht werden konnte z. B. in Verbindungen wie teXeiv
nolvv yjpbvov, teXeiv dxoaiv eti?, rsXsfv rpeTg ■fjp.ipa.g U. ähnl. in der
Bedeutung „zubringen“: folgt denn daraus, dass auch rsXstv rpoyoii?
«puXXv}T»jpas rjXiov gesagt werden konnte? Mit diesen Worten werden
allerdings kleine Zeitabschnitte, Augenblicke angedeutet, aber
man darf doch nicht rpoyoi «/.uXXi'jröps? rjliov geradezu der Bedeutung
nach dem Worte „Augenblicke“ gleichstellen; sondern rpoyoi
dp.. VjX. fühlten die Griechen sicherlich in keiner anderen Bedeutung
als in der Bedeutung „wetteifernde Radumschwingungen des Sonnenwagens“,
und hei dieser Bedeutung müssen wir stehen bleiben. Und
wenn wir bei dieser Bedeutung stehen bleiben müssen und dazu
bedenken, dass die Gebrauchsweisen von teXeiv, mag in anderen
Sprachen bald dieser bald jener Ausdruck zur Übersetzung angewandt
werden, doch auf die Bedeutung „vollenden“ zurückführen : können
wir es da glaublich finden, dass von einem Menschen gesagt werden
könnte: teXei rpoyoitg dp.Mwöpas rfkiou.
Ich glaube, dass Sophokles teXeiv geschrieben hat: „wisse, dass
sich nicht mehr viele Radumschwingungen der Sonne vollenden werden,
innerhalb deren du von deinem eigenen Fleisch und Rillt eine
Leiche als Entgelt dieser Leichen gegeben haben wirst“. Bekanntlich
wird teXeiv (sowie häufiger teXeutccv) auch in der intransitiven
Bedeutung gebraucht <). Auch Mörstadt (Beitr. z. Exeg. u. Krit. der
1) Z. B. Soph. El. 1419 re\ova' äpcd. Vgl. ausser TeXeuräv auch noch xuxXeiV
Soph. Trach. 130 f. dcXX’ sVJ jrv;p.a xat X a P“ xuxXoüffiv, ofov apxrou