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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  1  c  a  1  a

matische  Grundlage  dieser  Änderung  ist  schwach;  denn  jedermann
weiss,  dass  unter  zehn  Fällen  neunmal  die  Änderungen,  welche  von
der  ersten  Hand  selbst  herrühren,  Verbesserungen  von  Schreibfehlern
sind;  folglich  muss  unsere  Zuversicht  zu  röv  viel  grösser  als  zu  za
sein.  Und  vergleicht  man  die  Änderungen  röv  tzpog  Gapöscov  (für  röv
npo  oäpöswv)  und  ränd  Gdpfkuv  (für  ra  npo  aäpdswv)  bezüglich
ihrer  Leichtigkeit  und  Natürlichkeit  mit  einander,  so  fällt  die  Yergleichung
  sicher  auch  zu  Gunsten  der  ersteren  aus.
Doch  Nauck  führt  auch  einen  inneren  Grund  an,  dass  nämlich  6
rilsy-zpog  der  älteren  Gräcität  fremd  zu  sein  scheine.  Auch  dieser
ist  meiner  Ansicht  nach  vollkommen  irrig.  Im  Gegentheil  muss  man
annehmen,  dass  der  älteste  und  ursprüngliche  Ausdruck  für  das
Metall  Hellgold  C  rilexzpog  war.  Bekanntlich  sind  die  Sprachen  bei
der  Aufstellung  des  grammatischen  Genus  für  leblose  Gegenstände
nicht  Willkürlich  zu  Werke  gegangen,  sondern  indem  sie  mit  reger
Phantasie  auch  leblose  Gegenstände  als  belebt  sich  vorstellten,  haben
sie  die  natürliche  Geschlechtsverschiedenheit,  die  bei  lebenden
Geschöpfen  sich  findet,  auch  auf  jene  übertragen»).  So  ist  es  ja
nichts  Willkürliches,  dass  im  Griechischen  z.  B.  die  Namen  der
Flüsse  Masculina,  die  Namen  der  Bäume  Feminina  sind,  sondern  es
beruht  diese  Unterscheidung  auf  der  Verschiedenheit  der  Vorstellung;
die  Flüsse  als  befruchtend  (oder  als  männlich  stark?)  sind  Masculina,
die  Bäume  als  fruchttragend  Feminina.  Für  Ausnahmen  von  dieser
und  von  ähnlichen  Normen  lassen  sich  oft  bestimmte  Gründe  anführen, ­
  und  wo  man  solche  nicht  anführen  kann,  darf  man  doch  nicht
leugnen,  dass  die  Sprache  Gründe  hatte,  sondern  man  muss  sagen,
dass  wir  sie  nicht  kennen.

Denn  es  unterliegt  nicht  dem  geringsten  Zweifel,  dass  0.  R.  525  das  handschriftliche ­
  xov  izfidg  echt,  und  tovko<;  eine  im  höchsten  Grade  misslungene  Conjeclur
ist,  wie  ich  hei  einer  anderen  Gelegenheit,  sollte  es  dann  noch  nothwendig  sein,
beweisen  werde.
*)  Treffliche  Bemerkungen  über  dies  Capitel  der  Grammatik  hat  Jacob  Grimm  gemacht.
Eine  systematische  und  umfassende  Behandlung  dieser  Partie  existirt  leider  noch
für  keine  Sprache.  Allerdings  wird  sich  für  sehr  viele  Wörter  der  Grund  ihres
grammatischen  Genus  nicht  mit  Evidenz  aufstelleu  lassen;  aber  wichtige  und
anziehende  Resultate  würden  sich  bei  eingehender  Behandlung  dieses  Themas
gewiss  erzielen  lassen.
            
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