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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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ziehung,  die  ja  auch  V.  1037  mit  xspSaiver'  sixnoläze  wieder  aufgenommen ­
  wird“.  Welche  Berechtigung  und  was  für  einen  Sinn
sollte  es  haben,  wenn  Kreon,  der  mit  einem  Seher  zu  thun  hat,
von  dem  ganzen  Stand  der  Seher  sprechen  wollte?  Beziehen  wir  hei
Seyffert’s  Auffassung  to£susts  auf  den  einen  vorliegenden  Fall  —
und  das  müssen  wir  jedenfalls  thun  —  so  ist  Kreon’s  Äusserung  eine
unwahre  und  eine  ungeschickte  obendrein.  Zu  der  Auffassung  aber,
dass  to&Octs  —  ihr  pfleget  zu  schiessen  wäre  und  auf  mehrere
ähnliche  uns  unbekannte  Versuche,  welche  andere  Seher  mit  Kreon
gemacht  hatten,  Bezug  hätte,  berechtigt  uns  gar  nichts.
Ohne  Zweifel  sind  unter  ncivzsg  alle  die  Personen  zu  verstehen,
welche  in  dieser  Tragödie  zu  Gunsten  des  Polyneikes  gesprochen
haben  und  von  denen  Kreon  glaubt,  dass  sie  sich  unter  einander
verschworen  hätten,  um  eine  Aufhebung  des  Verbotes  zu  erwirken
und  dadurch,  wie  Kreon  glaubt,  sein  Ansehen  zu  erschüttern.  Diese
Personen,  welche  Kpsovro?  izö^svaav,  um  ihren  Plan  durchzusetzen,
sind  1.  die  Chorpersonen,  die  ihrer  Sympathie  für  Polyneikes  einen,
freilich  schüchternen,  Ausdruck  V.  278  f.  gegeben  haben.  2.  Antigone, ­
  die  schroff  ihre  That  vertheidigt.  3.  Haimon,  der  freilich
hauptsächlich  für  Antigone  als  Verteidiger  auftritt,  aber  doch  auch
seine  Ansicht,  dass  Kreon’s  Verbot  gegen  göttliche  Satzungen  verstosse,
  zu  erkennen  gibt;  vgl.  V.  743  otl  yäo  aißag,  zifLag  ys  rag
nxTüv.  4.  Teiresias.
Dieselben  Personen,  an  welche  man  bei  nd'jzsg  zu  denken  hat,
sind  auch  unter  ö/xiv  im  folgenden  Salze  zu  verstehen.  Dass  diese
mit  der  piavTtxr;  in  Verbindung  gebracht  werden,  darf  natürlich
nicht  im  geringsten  als  Indicium  dafür  angesehen  werden,  dass  dieser
Satz  hlos  auf  die  Seher  zu  beziehen  sei.  Die  anderen  erwähnten  Personen ­
  haben  nach  Kreon’s  Meinung  Teiresias,  welcher  die  (zavrocö
zur  Anwendung  bringt,  bestochen;  somit  sind  sie  die  mittelbaren
Urheber  dieser  Anwendung  der  /zavrixr;;  somit  konnte  Kreon  auch
mit  Bezug  auf  sie  sagen,  dass  er  von  ihnen  nicht  jmvzurig  änpaxzog
  sei.
Auch  die  folgenden  Plurale  v.toöaijs.-'  itj.rz'Aäzz  führt  Seyffert
mit  Unrecht  als  Stütze  für  seine  Ansicht  an.  Diese  Plurale  beziehen
sich  freilich  auf  Teiresias  und  Menschen  seines  Schlages.  Nun  brauchen ­
  dies  aber  nicht  einmal  andere  Seher  zu  sein;  es  könnte  ja
Kreon  auch  andere  Menschen  meinen.  Konnte  er  denn  nicht  glauben,
            
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