Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

690

K  v  i  c  a  1  a

"Affv)[).ov  ist  eigentlich  „Mas  kein  Zeichen  hat,  was  kein  Zeichen
darbietet“  oder,  da  Gfip.x  das  Erkennungsmittel  ist,  „Mas  sich  nicht
erkennen,  nicht  deuten  lässt“.  Hält  jemand  an  dieser  Bedeutung  zäh
fest,  so  könnte  er  freilich  x.Gr,p.x  Spyix  hier  sonderbar  finden;  denn
dies  Opfer  bot  ja  doch  ein  G-np.x  dar,  nämlich  ein  schlechtes.  Aber
worin  bestand  denn  dieses  schlechte  Zeichen?  Darin  eben,  dass  die
Götter  das  gewohnte  und  gewünschte  Zeichen  versagten.  Das  gute
Zeichen  (günstiger  Brand),  das  der  Opfernde  wünscht,  ist  das  Zeichen ­
  y.xt'  i£oy/jv :  und  somit  kann  daiip.og  sehr  gut  als  Gegensatz  von
eö(j7jp.os  gedacht  werden.  ”Aarifix  opyia  ist  also  ein  Opfer,  welches
das  Zeichen  (d.  i.  das  gewünschte,  das  günstige  Zeichen)  nicht
darbietet  >).
Die  Verbindung  ij.avTsup.xrx  öpyi.ojv  ist  nicht  auffallend,  sondern
gar  sehr  berechtigt.  Das  Opfer  (op7ta)  ist  ja  dasjenige,  was  als
Mittel  zur  Erforschung  des  Götterwillens,  zur  Weissagung  (p.ävrevp.a')
  gebraucht  wird.  Also  p.xvrsOp.xra  öpyioiv  sind  Weissagungen,
die  aus  dem  Opfer  geschöpft  werden.  Was  nun  den  Ausdruck  (p3ivovra
  p.xvrsOpxrx  betrifft,  so  konnte  dieser  mit  demselben  Rechte
gebraucht  werden,  nie  «fff/gwv  cpyioiv;  (pSivovr  a  p.avrsOp.arx
steht  und  fällt  mit  xG-np.u>v  öpyion.  Da  das  Opfer  xorpj.x.  Mar,  d.  i.
nicht  das  gewünschte  Zeichen,  aus  welchem  die  Huld  der  Götter
hätte  ersehen  werden  können,  darbot,  da  ferner  das  ar,p.a  (günstiger
Brand)  die  Grundlage  des  p.dvrsvp.x  bildet,  so  kann  natürlich  sehr
gut  von  fSivovra  p.avrsOp.arx  gesprochen  werden.  Natürlich  ist
auch  dieser  Ausdruck  in  entsprechendem  Sinne  und  von  demselben
Standpuncte  aus  aufzufassen,  wie  dar l p.< J )v  öpyjwv.  Teiresias  wollte
erfahren  (spavTsOsro),  ob  die  Götter  gnädig  gewogen  seien.  Dies
lj.dvrsup.x,  dass  die  Götter  der  Stadt  gewogen  seien,  hätte  dann
stattgefunden,  wenn  die  Götter  das  Opfer  angenommen  hätten,  wenn
also,  M  as  damit  zusammenhängt,  als  Zeichen  ihrer  Huld  ein  günstiges

*)  In  ähnlicher  Weise  sind  ja  überhaupt  alle  jene  mit  a  priv.  zusammengesetzten
Adjectiva  zu  erklären,  in  denen,  wie  man  sagt,  das  a  priv.  =  dug  ist.  Auf  welche
Weise  sind  Adjectiva,  wie  aTTorfzog,  ä[j.[j.opQc,  a[J.oipog  (Plat.  Legg.  IX,  878  B)
zu  der  Bedeutung  „unglücklich“  gelangt,  während  sie  eig.  „ohne  Loos“  bedeuten,
also  voces  mediae  sind?  Nur  dadurch,  dass  man  dabei  das  Loos  xar’  das
gute  Loos,  im  Sinne  hatte.  ”A-ot[xq<z  ist  also  „wer  des  (guten)  Looses  nicht
theilhaftig  ist“.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.