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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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V.  1013.
tpSivovr’  darj[Xüiv  opyicov  [xuvr£Ö[xaru.
Nauck  hat  in  dem  testen  Glauben,  äarjgwv  sei  unpassend,  ipSivovra
  ffsfxvöiv  vermuthet  und  sogar  in  den  Text  aufgenommen;  ausserdem ­
  meint  er,  dass  vielleicht  p.avr£üp.ara  in  [xuys'j[xuru  zu  verwandeln ­
  sein  dürfte.  Neulich  hat  auch  M.  Schmidt  (Zeitschr.  f.  d.  öst.
Gymn.  1865,  S-  2)-die  Überlieferung  äfff/gcov  zweifelnd,  die  Überlieferung ­
  [xuvr£u[xuru  mit  Entschiedenheit  verworfen.  „Hier  ist  y£tvovra
  ae[j.v(jiv  von  Nauck  statt  y-Slvovr’  ccctv3/u.c/jv  eingesetzt,  oh  mit
Recht,  macht  Hesych.  d  ffrjpienv  ■  ätpavüv  dyvd>aru>v  einigermassen
zweifelhaft;  doch  erscheint  dar^Mv  allerdings  nicht  passend.  Noch
unpassender  aber  ist  MANTETMATA,  wofür  nicht  sowohl  mit  Nauck
p.^EÖ/xara,  sondern  AATPETMATA  herzustellen  sein  dürfte.  So
novuv  lurpEv[xct.ru  Trach.  357.  In  der  Sphäre  des  Tempeldienstes
Ko\(jy_puau  larpsvjxara.  Iph.  T.  1275“.  Und  der  „Sicherheit“  dieser
seiner  Conjectur  glaubt  Schmidt  „ziemlich  gewiss“  zu  sein.  Es  ist
nicht  schwer,  die  tadel-  und  makellose  Überlieferung  hier  zu  vertheidigen;
  gern  möchte  ich  aber  den  Grund  oder  die  Gründe  kennen
lernen,  durch  welche  diese  beiden  Kritiker  berechtigt  zu  sein  glaubten, ­
  dar,[x<j)v  und  [xaitre{j[xaru  als  unpassend  zu  verdächtigen.  Jedenfalls ­
  kann  es  nicht  gebilligt  werden,  dass  sie  diese  Gründe  (denn
Gründe  müssen  sie  doch  wohl  haben)  durch  ihr  Schweigen  der
Beurtheilung  Anderer  entzogen  haben.  Würde  es  sich  um  eine  Stelle
handeln,  gegen  welche  schon  früher  Bedenken  und  Gründe  vorgebracht ­
  worden  wären,  dann  würde  man  dies  Schweigen  erklärlich
finden  und  annehmen,  dass  sie  mit  den  von  Anderen  vorgebrachten
Gründen  einverstanden  seien  ;  so  aber  haben  alle  die  zahlreichen
Gelehrten,  die  sich  mit  der  Kritik  der  Antigone  befasst  haben,  bis
auf  Nauck  und  Schmidt,  die  Überlieferung  für  passend  gehalten  ;  es
müssen  somit  wohl  die  Gründe,  die  gegen  die  Überlieferung  sprechen,
ziemlich  tief  verborgen  sein,  und  da  kann  man  es  eben  nur  auffallend
finden,  dass  Nauck  und  Schmidt  diese  Gründe  nicht  zu  Tage  gefördert
haben.  Wir  wollen  die  Überlieferung  vertheidigen  oder,  besser
gesagt,  erläutern,  natürlich  auf  die  Gefahr  hin,  dass  durch  unsere
Bemerkungen  die  unbekannten  Gründe  Nauek’s  und  Schmidt’s  gar
nicht  getroffen,  also  auch  nicht  entkräftet  werden.
            
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