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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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früheren  Äusserungen  des  Teiresias  nicht  auch  derart,  dass  er  von
Kreon,  dessen  Zorn  er  gereizt  hatte,  xipfrn  nicht  hoffen  durfte?
Musste  es  also  dem  Teiresias  nicht  bereits  auch  früher  Vorkommen,
dass  er  von  Kreon  keine  xipdri  zu  hoffen  habe  ?  Kann  er  also  wohl
sagen-/?  uv-/  doy.o3?  Ferner  meine  ich,  dass  di  es  Wortspiel  mit  ini
xipösaiv,  welches  Jacob  und  Selmeidewin  dem  Teiresias  beilegen,  nicht
glücklich  gewählt  wäre.  Würde  nach  dieser  Auffassung  Teiresias  nicht
doch  implicite  zugehen  oder  wenigstens  zuzugehen  scheinen,  dass
er  für  sich  xipov?  hoffe,  freilich  von  Anderen?  Hätte  nicht  Kreon  diese
Blösse  benutzen  und  des  Teiresias  unvorsichtige  Äusserung  aufgreifend
versetzen  können:  „Da  haben  wir’s  !  Durch  deine  nachdrückliche
Beschränkung  (tö  adv  (xipog)  gibst  du  ja  zu,  dass  du  reden  wirst,  um
von  Anderen  Gewinn  zu  erlangen“.  Und  so  liesse  sich  noch  manches
anführen,  was  nicht  zu  Gunsten  dieser  Auffassung  spricht.
II.
Ich  habe  Y.  10(12  erklärt:  „Kommt  es  mir  doch  auch  bereits
so  vor,  dass  ich  nicht  zum  Nutzen  sprechen  werde,  nämlich  zu  deinem
Nutzen,  weil  ich  glaube,  dass  du  in  deiner  Halsstarrigkeit  und  Verblendung ­
  auch  die  furchtbaren  Enthüllungen,  die  ich  machen  werde,
nicht  beachten  und  somit  sie  dir  nicht  zu  Nutze  machen  wirst“.  Wer
diese  Auffassung  erwägt,  wird  wahrscheinlich  sofort  und  mit  Recht
sagen,  es  liege  in  derselben  dieAndeulung  oder  es  sei  wenigstens  die
Möglichkeit  vorhanden  die  Andeutung  hineinzulegen,  dass  Kreon  auch
nach  der  Kundmachung  des  ihn  bedrohenden  Unglücks  noch
immer  Zeit  gehabt  haben  würde,  dies  Unglück  abzuwenden,  falls
er  nämlich  von  seinem  Starrsinn  sich  hätte  abbringen  lassen.  Wir
müssen  nun  Zusehen,  ob  diese  Folgerung,  die  in  unserer  Erklärung
involvirt  liegt,  zu  der  sonstigen  Darstellung  stimmt.  Wäre  dies
nicht  der  Fall,  dann  würde  dies  ein  Bedenken  gegen  jene  Erklärung
bilden.
Es  scheint,  dass  die  Prophezeiung  des  Teiresias  derart  ist,  dass
das  vorausgesagte  Unglück,  sobald  es  eben  kundgemacht  war,
unwiderruflich  eintreten  musste,  damit  nicht  die  Prophezeiung  Lügen
gestraft  würde,  dass  somit,  auch  wenn  Kreon  sich  hätte  einschüchtern ­
  und  zur  Umkehr  bringen  lassen,  cs  zu  spät  gewesen
wäre,  nachdem  einmal  Teiresias  rdxivvjra  ausgesprochen  hatte.  Aber
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