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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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Weisung  auf  räxivvjr«  liegt,  gibt  er  zu  verstehen,  dass  ihm  die  Enthüllungen ­
  sehr  gleichgiltig  sein  und  keinen  Einfluss  auf  seinen  feststehenden ­
  Entschluss  ausüben  werden;  dabei  ertheilt  er  ihm  zugleich
mit  Bitterkeit  den  guten  Rath,  er  möge  doch  bei  diesen  Enthüllungen
seine  Gewinnsucht  bei  Seite  lassen.  Bitter  ist  dieser  Rath,  weil  damit
Teiresias  als  ein  Mensch  gekennzeichnet  wird,  der  gar  nicht  den
Mund  öffnen  kann,  ohne  an  xipov  zu  denken.  Kreon  glaubt,  dass
auch  diese  furchtbaren  Enthüllungen,  die  Teiresias  anscheinend
ungern  und  nur,  weil  er  von  Kreon  beschimpft  und  gereizt  worden
ist  (durch  die  Worte  räoixsTv  yiiltöv),  vorzubringen  sich  anschickt
(man  beachte  opcug  p.s  und  räxtvrjTa),  als  letzter  Trumpf  nur  desshalb
  vorgebracht  werden  sollen,  damit  sich  Teiresias  den  Lohn
sichere,  den  ihm  jene,  welche  ihn  gedungen,  versprochen  hätten.
Und  so  liegt  denn  in  den  Worten  Kreon's,  die  ich  einen  „guten
Rath“  genannt  habe,  gewiss  auch  die  Andeutung,  dass  er  diese  Enthüllungen ­
  für  Lügen  halten  werde,  und  dass  er  nicht  gesonnen  sei,
sich  durch  dieselben  täuschen  und  umstimmen  zu  lassen  und  dadurch
selbst  seinerseits  dem  Teiresias  zurErlangungderxepdrj  behilflich  zu  sein.
Teiresias  nun  acceptirt  ironisch  die  Worte  Kreon's;  ironisch,
sage  ich,  denn  während  Kreon  unter  ini  xipdsaiv  natürlich  ini  aolg
xipösaiv  versteht,  lautet  die  Erwiederung  des  Teiresias  so,  als  ob  er
unter  Kreon's  Worten  ini  xipöeaiv  verstanden  hätte  en  sp.olg  xipdöaiv,
  als  hätte  also  Kreon  den  Seher  aufgefordert,  er  solle  sich  nicht
Mühe  geben,  ihm  nützen  zu  wollen.  Und  weil  nun  die  blossen
Worte  outoj  -yap  vov  xai  öoxü>  diese  Ironie  der  Bestätigung,  welche
Teiresias  den  Worten  Kreon's  zu  Theil  werden  lässt,  nicht  klar  hervortreten ­
  lassen  würden,  so  wird  rö  <jöv  [xipog  als  Correction  der  Worte
Kreon’s  hinzugefügt.  Teiresias  erkennt  Kreon’s  ixv  'ni  xipöioiv  als
richtig  an,  mit  dem  Vorbehalt  jedoch,  dass  diese  Worte  auf  Kreon
bezogen  würden.  Seine  Erwiederung  hat  also  den  Sinn  :  r/ov  xai
vop.i'£w  oörw,  ovjXovöri  oöx  ini  xipoeai,  rö  pisvroi  uöv  p.ipog,
roör’  ian,  ovx  ini  oolg  xipönoi.  Teiresias  sagt  dies,  weil  er  jetzt
schon  die  Überzeugung  gewonnen  hat,  dass  Kreon  bei  seiner  Halsstarrigkeit ­
  und  Verblendung  aus  den  Enthüllungen  des  Teiresias  nicht
xsprjY)  schöpfen  werde,  während  er  früher  hoffte,  Kreon  könne  von
dem  Beharren  auf  seinen  verderblichen  Massregeln  ab-  und  auf  den
heilsamen  Weg  hingeleitet  werden.  Dieser  Gegensatz  zwischen  der
jetzigen  Ansicht  und  der  früheren  Hoffnung  wird  durch  nov  bezeichnet.
            
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