Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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erwähnten Sprachgebrauch kein wesentlicher Unterschied zwischen
den antiken und neueren Sprachen besteht. Audi die neueren
Sprachen kennen diesen Sprachgebrauch und wenden ihn oft an, und
es besteht nur der geringfügige Unterschied, dass die antiken und die
neueren Sprachen sich in dieser Hinsicht nicht überall ganz genau
decken, d. h. dass nicht allen griechischen oder lateinischen Phrasen,
in denen der besagte Sprachgebrauch erscheint, adäquate deutsche,
slavische u. s. w. Phrasen entsprechen; aber das Princip, auf welchem
die griechischen und lateinischen Wendungen beruhen, kommt auch
in neueren Sprachen zur Anwendung. So sagt man auch im Deutschen:
das Papier fliesst (während man, da fl iessen eigentlich das den
Flüssigkeiten zukommende Verbum ist, erwarten sollte: die Tinte
fliesst, zerfliesst auf dem Papier); das Fass rinnt, fliesst, lauft; die
Erde fliesst von Blut; vgl. auch den Gebrauch von triefen.
Beantworten wir nun demnächst die Frage, welches Princip es
ist, auf dem sowohl der antike als auch der neuere Sprachgebrauch
beruht. Aus der Beantwortung dieser Frage wird sich sofort ergeben,
dass Böckh sehr mit Unrecht zur Erklärung der yarappviXg p.rjpoi
sich auf diesen Sprachgebrauch berufen hat. Wir können diese Frage
mit Böckh's Worten beantworten, dass dasjenige, wovon oder woran
oder woraus etwas fliesst, selbst fl i es send genannt wird. Nur fügen
wir der genaueren wissenschaftlichen Erklärung halber hinzu, dass
Wendungen wie pisv atpart 'jede/., culter manat cruore u. a. zunächst
sicher nach Analogie der Ausdrücke Korc/pog psX ööan noX/.üt, rriryo
ödart hapS) fest (II. y 149) u. a. gebildet worden sind; diese Ausdrücke
bilden die Brücke zwischen ööwp, afp.se psX und den in Rede
stehenden Wendungen. Es ward eben von der Sprache der Gegenstand,
an dem oder aus dem etwas fliesst (z. B. yala, culter), als
r.r t yri piovau, als reorap-ög pstav metaphorisch aufgefasst. Interessant
und zugleich lehrreich ist in dieser Beziehung Arist. Equ. B24 ff.,
wo sich der Dichter den Kratinos, ög noXkCo psvaxg ttot’ incävtp oiä
rfiöv äye?,wv ttiomv eppet (die Construction ist genau dieselbe wie in
7rorap.ös pst no/Xüt voan), unter dem Bilde eines mächtigen Stromes
vorstellt, wie sowohl öiä rOiv ärasXwv nsoiojv als auch das folgende
(rr,g arc/'js.oig itapaaupM iföpsi rag dpvg . . . y.cd roiig t/Spoi/g npo*
SsXvp.vavg) klar beweist. Wenden wir nun das Gesagte auf unsere
Stelle an, so könnten die p.r,poi offenbar nur zu der Zeit y.arc/ppuslg
heissen, als und so lange als das Fett an ihnen herabfloss und somit