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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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erwähnten  Sprachgebrauch  kein  wesentlicher  Unterschied  zwischen ­
  den  antiken  und  neueren  Sprachen  besteht.  Audi  die  neueren
Sprachen  kennen  diesen  Sprachgebrauch  und  wenden  ihn  oft  an,  und
es  besteht  nur  der  geringfügige  Unterschied,  dass  die  antiken  und  die
neueren  Sprachen  sich  in  dieser  Hinsicht  nicht  überall  ganz  genau
decken,  d.  h.  dass  nicht  allen  griechischen  oder  lateinischen  Phrasen,
in  denen  der  besagte  Sprachgebrauch  erscheint,  adäquate  deutsche,
slavische  u.  s.  w.  Phrasen  entsprechen;  aber  das  Princip,  auf  welchem
die  griechischen  und  lateinischen  Wendungen  beruhen,  kommt  auch
in  neueren  Sprachen  zur  Anwendung.  So  sagt  man  auch  im  Deutschen:
das  Papier  fliesst  (während  man,  da  fl  iessen  eigentlich  das  den
Flüssigkeiten  zukommende  Verbum  ist,  erwarten  sollte:  die  Tinte
fliesst,  zerfliesst  auf  dem  Papier);  das  Fass  rinnt,  fliesst,  lauft;  die
Erde  fliesst  von  Blut;  vgl.  auch  den  Gebrauch  von  triefen.
Beantworten  wir  nun  demnächst  die  Frage,  welches  Princip  es
ist,  auf  dem  sowohl  der  antike  als  auch  der  neuere  Sprachgebrauch
beruht.  Aus  der  Beantwortung  dieser  Frage  wird  sich  sofort  ergeben,
dass  Böckh  sehr  mit  Unrecht  zur  Erklärung  der  yarappviXg  p.rjpoi
sich  auf  diesen  Sprachgebrauch  berufen  hat.  Wir  können  diese  Frage
mit  Böckh's  Worten  beantworten,  dass  dasjenige,  wovon  oder  woran
oder  woraus  etwas  fliesst,  selbst  fl  i  es  send  genannt  wird.  Nur  fügen
wir  der  genaueren  wissenschaftlichen  Erklärung  halber  hinzu,  dass
Wendungen  wie  pisv  atpart  'jede/.,  culter  manat  cruore  u.  a.  zunächst
sicher  nach  Analogie  der  Ausdrücke  Korc/pog  psX  ööan  noX/.üt,  rriryo
ödart  hapS)  fest  (II.  y  149)  u.  a.  gebildet  worden  sind;  diese  Ausdrücke ­
  bilden  die  Brücke  zwischen  ööwp,  afp.se  psX  und  den  in  Rede
stehenden  Wendungen.  Es  ward  eben  von  der  Sprache  der  Gegenstand, ­
  an  dem  oder  aus  dem  etwas  fliesst  (z.  B.  yala,  culter),  als
r.r t yri  piovau,  als  reorap-ög  pstav  metaphorisch  aufgefasst.  Interessant
und  zugleich  lehrreich  ist  in  dieser  Beziehung  Arist.  Equ.  B24  ff.,
wo  sich  der  Dichter  den  Kratinos,  ög  noXkCo  psvaxg  ttot’  incävtp  oiä
rfiöv  äye?,wv  ttiomv  eppet  (die  Construction  ist  genau  dieselbe  wie  in
7rorap.ös  pst  no/Xüt  voan),  unter  dem  Bilde  eines  mächtigen  Stromes
vorstellt,  wie  sowohl  öiä  rOiv  ärasXwv  nsoiojv  als  auch  das  folgende
(rr,g  arc/'js.oig  itapaaupM  iföpsi  rag  dpvg  .  .  .  y.cd  roiig  t/Spoi/g  npo*
SsXvp.vavg)  klar  beweist.  Wenden  wir  nun  das  Gesagte  auf  unsere
Stelle  an,  so  könnten  die  p.r,poi  offenbar  nur  zu  der  Zeit  y.arc/ppuslg
heissen,  als  und  so  lange  als  das  Fett  an  ihnen  herabfloss  und  somit
            
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