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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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Rede  gewesen  sein  müsse.  Aber  liegt  nicht  schon  in  sXovgcc  y.zl.  eine
directe  Nöthigung  an  Eteokles  zu  denken?  Und  man  kann  noch  mehr
behaupten,  nämlich  dass  auch  schon  unmittelbar  bei  den  Worten
xäp«  jeder  an  Eteokles  denken  musste;  denn  dass  Antigone
als  dem  Polyneikes  ytXvj  in  die  Unterwelt  kommen  würde,  darüber
konnte  sie  selbst  und  Niemand  den  geringsten  Zweifel  liegen;  hat  sie
doch  um  des  Polyneikes  Willen  den  Tod  gewählt.  Mit  Bezug  auf  Polyneikes ­
  brauchte  sie  sicherlich  nicht  zu  sagen  y.dpz’  iv  iAmaiv  zpitfu,
was  zwar  eine  zuversichtliche  Hoffnung,  aber  doch  nur  immer  eine
Hoffnung  bezeichnet,  während  sic  von  der  Liehe  des  Polyneikes
die  festeste  Überzeugung  haben  musste.  Somit  wusste  jeder  im
athenischen  Theater  eben  wegen  der  Worte  iv  ilnlaiv  zpiyo),  es  sei
y.aziyvnzov  y.dpcx  auf  Eteokles  zu  beziehen,  und  darin  wurde  er  durch
die  folgenden  Worte  slnvaa  vz'L  und  vollends  durch  vvv  <5e,  Ilo/üveiyeg
  bestärkt.  Dass  auch  Eteokles  erwähnt  wird,  ist  gewiss  etwas  dem
Gefühl  eines  jeden  sehr  wohlthuendes.  Umgekehrt  würde  es  unangenehm ­
  wirken,  wenn  Antigone  Eteokles,  der  ja  auch  ihr  Bruder  war,
dem  sie  also  auch  die  letzte  Ehre  zu  erweisen  verpflichtet  war,  übergangen ­
  hätte.
So  weit  ist  also  bei  der  handschriftlichen  Überlieferung  alles  in
Ordnung.  Nur  eines  fällt  auf,  was  besprochen  werden  muss,  um
einem  etwaigen  Einwurf  vorzubeugen.  Wie  kann  Antigone  auch  mit
Bezug  auf  Eteokles  sagen  ccjzöyjip  .  .  .  ilovaa  y.dy.öap.r/da  y.dmzuiJ.-ßiovg
  yfjdg  soorva.,  da  sic  doch  V.  23  ( :  Er  soy./Jcc  pur,  oj  g  Aiyovai,
ffüv  oiy.r,  .  .  .  iy.pvps)  von  der  Bestattung  des  Eteokles  so  spricht,  als
wüsste  sie  von  derselben  nur  vom  Hörensagen,  als  hätte  also  dieselbe
ohne  Betheiligung  von  ihrer  Seite  stattgefunden?  Ullrich  suchte  (a.  a.
0.  S.  52)  dem  V.  23  durch  eine  von  der  gewöhnlichen  verschiedene
Interpunction  einen  anderen  Sinn  zu  geben;  und  wennUllrich’s  Ansicht
richtig  wäre,  würde  zwischen  den  beiden  Stellen  kein  Widerspruch
bestehen.  Er  setzt  nämlich  das  Komma  nicht  nach  Xryou!>(,  sondern
nach  dU-(i  und  bezieht  die  Parenthese  üg  Aiyovai  ovv  otxp  auf  yy r r
cSsig  öiy.uia  dtarj  y.cci  vöpup,  nicht  auf  i'y.putpev:  „Eteoclem  (juidem  justo,
ut  recte  dicunt,  jure  usus  et  lege  condidit“.  Aber  diese  Interpunction
und  Auffassung  ist  sicher  unstatthaft  und  bedarf  keiner  Widerlegung.
Dennoch  bin  ich  der  Ansicht,  dass  aus  jenem  Widerspruche  durchaus
kein  Argument  gegen  die  Echtheit  von  900  ff.  entnommen  werden
kann.  Es  bleibt  freilich  nur  die  Alternative  übrig:  Entweder  hat
            
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