Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

670

K  v  i'  c  a  I  a

gemeinte  Milde  finden.  Indem  Antigone  dem  Kreon  wünscht  pm
kIvm  mxu  xdSoisv,  wünscht  sie  durchaus  nicht,  er  möge  pst'w  y.av.d
erdulden,  sondern  eben  auch  iaa;  die  Milde  der  Ausdrucksweise  ist
eine  sarkastische,  keine  aufrichtige;  sie  wünscht  ihm  p.rj  n-Astw  y.ay.ä
näSoi,  weil  sie  weiss,  dass  er  auch  schon  an  den  xcczä,  die  er  über
sie  verhängte,  genug  und  übergenug  zu  tragen  haben  würde,  wesshalb
sie  eine  Steigerung  derselben  nicht  zu  wünschen  braucht.  Dass  /xri
TT/Uiw  =  laa  sein  kann,  sollte  doch  Niemand  bezweifeln.  Es  kann  ja
i’aa  auf  doppelte  Weise  negativ  ausgedrückt  werden,  entweder  durch
o-j  p.£tw  oder  durch  ov  rtlüw,  wie  sowohl  non  minus-quam  als
auch  non  magis-quam  dasselbe  Resultat,  nämlich  den  Sinn  aeque
ac  bietet.  Die  Schriftsteller  wählen  bald  die  eine,  bald  die  andere
Wendung,  je  nachdem  die  eine  oder  andere  dem  Context  angemessener ­
  erscheint.  Übrigens  kann  man,  um  die  Grundlosigkeit  der
Verdächtigung  von  jzIzIm  evident  zu  constatiren,  als  Parallele  z.  B.
Trach.  819  f.  anführen,  wo  Hyllos  seiner  Mutter  wünscht  rr/v  dz
repipiv  r,v  To’jjj.ü  oidojai  nurpi,  rrjvd’  avrv/  Aaßai,  eine  Stelle,  die  trotz
ihrer  Unähnlichkeit  dennoch  unserer  Stelle  in  sofern  ähnlich  ist,  als
die  Anwendung  des  Ausdruckes  rdpipig  auf  demselben  Princip  (Ironie)
beruht,  wie  hier  /xri  itXsioj  y.ay.d.
Man  sieht  also,  wie  nichtig  die  Argumente  sind,  die  man  anführt, ­
  um  zu  beweisen,  dass  die  Interpolation  über  V.  912  hinausreiche.
Die  Annahme  einer  bis  920  oder  gar  bis  928  reichenden  Interpolation
stellt  sich  auch  als  ganz  unwahrscheinlich  dar,  wenn  man  Folgendes
hedenkt.  ln  den  acht  Versen  90o—912  hat  der  Interpolator  Absurdes
undUnzulässiges  in  wahrhaft  kolossaler  Weise  aufgehäuft.  Und  derselbe
Interpolator  (denn  man  würde  doch  wohl  nicht  zwei  oder  noch  mehr
Interpolatoren  annehmen  wollen,  die  ihr  Scherflein  hätten  beitragen
sollen)  sollte  sechzehn  Verse  haben  schmieden  können,  gegen
die  sich  kein  gegründetes  Bedenken  Vorbringen  lässt,  die  im  Gegentheil
  gar  manches  Schöne  und  Treffende  enthalten?
Doch  wenden  wir  uns  jetzt  zur  Betrachtung  der  Verse,  welche
diesseits  des  Verses  90ö,  mit  dem  erst  unserer  festen  Überzeugung
zufolge  die  Interpolation  beginnt,  liegen.  Über  V.  904  ist  bereits  oben
gesprochen  worden.  Welches  Argument  wird  angeführt,  um  die  Unechtheit ­
  von  900— : 903  zu  beweisen?  „Nauckius  post  verba  yoäg
edwza  V.  902.  pergi  voluit  raör’  £Ög£’  ä/xapTävsiv  (V.  914.),  rectius
facturus  si  versus  quattuor  900.—904.  totos  sustulisset.  Nam,  quod
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.