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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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Creontis  edicto  sese  opposuit  mortemque  sola  subiit.  De  quo  videnda
quae  ipsa  dixit  v.  69.—77.“  Vielleicht  stehen  die  Worte  t'l  ypr,  ^
r'ov  oOarvjvov  ig  Ssovg  in  ßlimiv  mit  V.  921  vermittelst  eines  zu
ergänzenden  Zwischengedankens  im  Zusammenhänge  und  die  Worte
rtv’  avdäv  £v[x[xäyjj}v  mit  V.  919.  Doch  gestehe  ich,  dass  auch  ich
hier  an  eine  Interpolation  glaube.
Dindorf  gegen  /gvyyvoT[j.sv:  „gvyyvotjxsv  metri  caussa  pro  yvoi/zev
positum“.  Wenn  Dindorf  glaubt,  ^uyyvoip.ev  sei  hier  sprachlich  nicht
zulässig  und  blos  aus  leidiger  metrischer  Rücksicht  für  yvotixev  gesetzt, ­
  so  beweist  er  damit  nur,  dass  er  den  Gebrauch  von  avyyiyvw-(jxscv
  nicht  gehörig  beachtet  hat.  Gewiss  ist  yiyvüaxuv  nicht  zwecklos
mit  a6v  verbunden.  Antigone  bezeichnet  mit  £u  yy  voipisv,  dass  sie,
falls  wirklich  rao  ioriv  iv  dsoXg  x.cää,  erst  durch  ihre  Leiden  zu
einer  mit  diesem  Urtheil  der  Götter  übereinstimmenden  Ansicht
werde  gelangen  können.  Wir  dürfen  mit  vollem  Rechte  zu  £uyyvotpi£v
aus  dem  vorangehenden  Verse  aiiroXg  (iisoXg)  zur  Ergänzung  hinzudenken. ­
  Gerade  so  steht  z.  R.  bei  Herodot  I,  89  xcd  ixsivoi  avyyvovng
noiisiv  gs  dixaici  ixövrsg  nponffouat  das  Compositum  GvyyvovTsg  nicht
nutzlos  für  yvivreg,  sondern  es  bezeichnet,  dass  eine  Übereinstimmung
in  den  Ansichten  der  persichen  Krieger  und  des  Kyros  erfolgen  wird.
Und  so  Hessen  sich  noch  viele  Reispiele,  in  welchen  nicht  der  Dativ
der  miterkennenden  Person  ausdrücklich  gesetzt  ist,  für  diese  Bedeutung
  beibringen.
Auch  gegen  nÄstw  xaxä.  tzolScasv  werden  Bedenken  erhoben.
Manche  Gelehrte  glauben  durch  Conjectur  helfen  zu  sollen;  Dindorf
erblickt  auch  hier  eine  Stütze  für  seine  Ansicht,  dass  die  Interpolation
bis  zum  Schlüsse  von  Antigone's  Rede  reiche.  Nauck  im  Commentar:
„Gewöhnlich  wünschen  Gekränkte  ihren  Widersachern  ein  Gleiches,
wie  Phil.  794  f.  1114  f.  Ai.  839  f.  Diesen  Sinn  würde  man  auch  hier
bekommen,  wenn  man  schriebe  p.r,  [xsloj  xaxoc  iza.3oisv.  Für  diese
Änderung  scheint  sowohl  der  Charakter  der  Antigone  als  die  zunächst
folgende  Äusserung  des  Chores  zu  sprechen“.  Dindort  äussert  sich
noch  entschiedener:  „/zvj  jriUtco  xaxd  perinepte  (!)  dictum  ubi  p.rj
[j.scuj  aut  Xgo.  xocxk  potius  dicendum  erat“.  M.  Schmidt  meint,  «p.apr«-V0U!7!,
  \J:r,  TrXsteo  xaxd  sei  vielleicht  aus  d[xapTavovGiv,  «Aytw  xaxd
entstanden  (Ztschft.  f.  d.  öst.  Gymn.  XVI,  S.  13).  Die  genannten
Kritiker  haben  die  Geltung  der  überlieferten  Lesart  nicht  richtig  aufgefassl,
  wenn  sie  in  den  Worten  der  Antigone  eine  ernstlich
43“
            
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