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Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles. 663
scharf gezogen, der Unterschied nicht streng beobachtet wird, so
könnte auch bei x<xpiv oder npbg y_äpiv die ursprüngliche Bedeutung
verwischt worden sein.
II.
Während die Mehrzahl der Gelehrten gegenwärtig gewiss in der
Athetese der von Jacob als unecht erkannten Verse ühereinstimmt,
herrschen bezüglich einer befriedigenden Heilung der Stelle grosse
Differenzen; die Frage, in welcher Gestalt die Rede der Antigone
aus Sophokles’ Hand hervorgegangen sei, wird von verschiedenen
Gelehrten sehr verschieden beantwortet. Hier muss nun zuvörderst
bemerkt werden, dass, wenn es auch niemals gelingen sollte auf diese
Frage eine überzeugende Antwort zu gehen, dennoch Niemand das
Recht hätte, diesen Übelstand als Argument zur Rettung der von
Jacob beseitigten Verse (wenigstens der Verse DOS—912) hervorzukehren.
Mit Unrecht haben Wex, Hermann, Böckh, Göttling <)
gegen Jacob geltend zu machen gesucht, dass er die sutura nicht
angeben könne. Nicht immer ist die Kritik in der glücklichen Lage
das Sprichwort 6 rptxtaag xat iäaerac zur Verwirklichung zu bringen.
Es beruht jenes gegen Jacob hervorgehobene Argument auf der
Annahme, dass der Interpolator zwischen die Verse des Sophokles,
o h n e dass ei n ei nziger s op h okl ei s c h er Vers a usfi el o der
irgend eine Änderung erfuhr, eine Anzahl von selbstgeschmiedeten
Versen hätte einfügen müssen. Aber kann denn nicht ein oder
der andere echte Vers verdrängt worden sein? kann der Interpolator
nicht, um eine Verbindung seines Products mit den sophokleischen
Versen zu bewirken, einen oder den anderen echten Vers seinem
Zwecke gemäss umgestaltet haben? Nur dann, wenn bewiesen würde,
dass diese Möglichkeiten ausgeschlossen sind, wäre man berechtigt
zu argumentiren: Jacob konnte die sutura nicht angehen, andere
Gelehrte vermögen es auch nicht mit Evidenz zu tliun; also muss
1 ) Göttling sagt z. B. : „Ipse Jaeobus non potuit indicare, quo loco, si interpolati sint
versus, sutura latent et quomodo, ut recte Wexius djcit, omisso illo dicto orafionis
membra apte eonciliari possint“.