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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  1  c  a  I  n

weise  ist)  sowohl  in  der  Frage  des  Königs  rtva  iyovaa  yvco|j.v/v  als
auch  in  der  Erwiederung  der  Gattinn  des  Intaphernes  ravrri  rf,  yvoipti
■/'Peo[xivY)  £/£ca  ravra.  Natürlich  wollte  auch  der  Interpolator  Antigone
sagen  lassen:  „Aus  welchem  Grunde  sage  ich  dies?“  oder  „auf
welchen  Grund  stützt  sich  diese  meine  Äusserung?“,  da  ja  die  folgenden ­
  Verse  eine  Begründung  enthalten.  Und  so  bemerkt  denn
Musgrave,  vop-og  bedeute  hier  ratio,  und  Böckli  übersetzt  „um
welcher  Ursach  willen  sag'  ich  dieses  wohl?“  Aber  was  hat  den  Verfasserberechtigt, ­
  vöp.o?  in  dieser  Bedeutung  zu  gebrauchen?  Nie  bedeutet ­
  vö/xog  schlechthin  „Grund“;  höchstens  könnte  man  im  Anschlüsse
an  die  Bedeutung  „Sitte,  Brauch“  sagen,  dass  vdp.o?  zur  Bezeichnung
einer  „allgemein  gütigen,  verbreiteten  Ansicht  (vop.i^o[xsvri
yv&[xri,  rö  vopu£6p.£vov),  die  als  Bestimmungsgrund  auf  das  Handeln
des  Menschen  einwirken  kann“,  gebraucht  werden  konnte.  Aber  diese
Bedeutung  passt  hier  nicht;  denn  mit  Recht  behauptet  Hermann  „nam
etAntigonae  illa  et  Intaphernis  uxoris  disputatio  quid  aliud,  quam  etiam
veteribus  id  mirum  ac  paene  inauditum  visum  esse  ostendit,  si  mulier
marito  filiisque  potiorem  haberet  fratrem“.  Die  Bedeutung  „Gesetz,
Regel“  ist  ebenfalls  nicht  anwendbar.  Ich  halte  es  für  sicher,  dass
der  Interpolator  das  Wort  vop-og  aus  V.  fl  14  roi&ds  vopiw  entnahm,  um
zwischen  rivog  vöp.ov  frh  ravra  npdg  ^äptv  ~k£yco  und  rcnüris  .  .  .
vdp.w  eine  Beziehung  zu  Stande  zu  bringen  und  zwar  eine  ähnliche
Beziehung,  wie  sie  bei  Herodot  zwischen  der  Frage  des  Königs  rtva
zyjjvaci  yvojp.7;v  und  der  entsprechenden  Erwiederung  ravrri  rrj  yvei)[xy
Xpeoixsvw  besteht,  ohne  zu  bedenken,  ob  vöjxog  zufolge  seiner  Bedeutung
sich  dazu  eignet.
Auch  gegen  npog  ya-ptv  könnte  man  Bedenken  erheben.  Eigentlich ­
  sollte  dies  doch  bedeuten  rivt  vöp/n  -^api(opii-'vr)  oder  rtva  vop-ov
ßzßatovv  ßouXopivv}  Xsyw  ravraj  Nun  ist  ja  aber  das  in  den  vorausgehenden ­
  Versen  Gesagte  nicht  zu  Gunsten  dessen,  was  in  den
folgenden  Versen  gesagt  wird,  hingestellt  worden;  V.  909  —  912
sollen  nicht  eine  Bestätigung  erhalten  durch  905  —  907,  sondern
umgekehrt  V.  909—912  sind  ein  Grund,  durch  den  die  Richtigkeit
der  früheren  Äusserung  erwiesen  werden  soll.  Man  sollte  also  did
rtva  vöjxov  (oder  vielmehr  yvcüp.r ; v,  atriav)  oder  rl.vt  vöp.tn  (oder  vielmehr ­
  yvcöp.p)  ■/.pojp.ivn  oder  eine  ähnliche  Ausdrucksweise  erwarten.
Doch  will  ich  hierauf  kein  Gewicht  legen;  denn  wie  im  Gebrauche
von  Svexa  und  ota  oder  gratia  und  propter  die  Gränze  nicht  immer
            
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