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K v i c a 1 a
höchsten Grade auffallend. Warum nicht ßia. Kpeovroq? Man muss
notlrwendig, wenn man es zu rechtfertigen versucht, zu der Annahme
greifen, Sophokles habe absichtlich Antigone so sprechen und
damit anerkennen lassen, dass sie gefehlt und gegen den Gesammfwillen
sich vergangen hätte. Und daran denken wirklich Wex und
Böckh. Aber dagegen gibt uns der Dichter selbst eine Waffe in die
Hand; denn der Schluss ihrer Rede, namentlich V. 927 f., ist durchaus
nicht darnach angethan, diese Ansicht zu begünstigen.
4. „Dann ist das einfache zar^avdvro? in dem Gegensatz mangelhaft,
da man dazu roü rrpcorou noaipq ergänzen soll“. Jacob. Ich
finde auch diesen Tadel begründet. Beheben könnte man dies sprachliche
Bedenken durch die Conjectur nörnoq, weil dann zu äXkoq die
Ergänzung noaiq ganz natürlich wäre. Aber hat man ein Recht, die
Interpolation durch Conjecturen hie und da erträglicher machen zu
wollen?
5. Den schärfsten Tadel verdient die verkehrte Ausdrucksweise
des folgenden Verses zai 7raig <zk äXXov ywrö?, ei roüd' rj/zfrAazov.
Fragt man, wen der Verfasser unter roüde verstanden wissen wollte,
so ist die zunächst liegende Beziehung natürlich die auf Trat?. Ist
nämlich die Ansicht, dass der Verfasser dieser Verse Herodot's bekannte
Erzählung (III, 119) vor Augen hatte, richtig 1 ), so müssen
1 ) Und ohne Zweifel ist diese Ansicht die allein richtige. Die umgekehrte Annahme
ist vollständig unzulässig. Auch die von Böckh angewandte Modification dieser
umgekehrten Annahme („dagegen kann man füglich annehmen, Sophokles habe
dieselbe Sage gekannt, die Herodot erzählt, und Herodot habe hei der Darstellung
seiner Erzählung eine freundliche Rücksicht auf Sophokles Ausdruck genommen;
was weit entfernt ist von armseliger Nachahmung“) ist nicht zulässig. Wenn die
beiden Stellen nicht von einander unabhängig sind, so kann nur die Stelle der
Antigone entlehnt sein aus Herodot. Denn während hei Herodot alles, Gedanken
wie Ausdrücke, bis ins Einzelnste trefflich passt, kann dies von der Stelle der Antigoue
durchaus nicht behauptet werden; hier muss man vielmehr von den Gedanken
sowohl (vgl. Nro. 1 und 2) als auch von den Ausdrücken, behaupten, dass sie so
unpassend als möglich angebracht sind. Angesichts dieser Erscheinung kann man
keinen Augenblick zweifelhaft sein, dass Herodot’s Darstellung die Quelle , die
Stelle in der Antigone dagegen eine Nachbildung ist. So muss ja eine methodische
Kritik immer und überall verfahren. Wenn z. B. hei Homer derselbe Vers
sich wiederholt und an der einen Stelle sehr gut passt, während er an der anderen
unpassend ist, so ist natürlich anzunehmen, dass er aus jener Stelle in diese ungehöriger
Weise herübergenommen worden sei.
Die Ansicht Ilermann’s, dass beide Darstellungen von einander unabhängig seien
und dass Sophokles seine Kenntnis von der Äusserung der Frau des Intaphernes