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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  c  a  1  a

stürzen.  Aber  jene  Bedeutung  lässt  sieh  für  npoonlnniv  nicht
annehmen.
Vielleicht  ist  npö  d'  ineaeg  (hin  stürztest  du)  für  npoaineoeg  zu
schreiben.  Der  Metapher  npoßäa'  urprjAöv  ig  \tiag  ßdSpov,  durch
welche  Aniigone's  That  als  ein  Emporsteigen  bezeichnet  wird,  würde
der  Gegensalz  npö  d'  sneoeg  (praeceps  cecidisii)  gut  entsprechen.
Bezüglich  der  Tmesis  vgl.  Krüger  Di.  §.  68,  48,  bezüglich  des  di,
du-ch  welches  auf  den  schon  durch  das  Participium  npoßdo'  hezeichneten
  Begrilf  zurückgewiesen  wird  (s.  meine  Abhandlung  über
di  in  der  Ztschft  f.  d.  öst.  Gymn.  1864,  S.  314  ff.),  vergleiche  z.  B.
Plat.  Symp.  220  B  övrog  na’yov  oiou  dsi.vordtgv  xai  ndvrojv  ?/  cvx
ifyövtcjjv  ....  ovrog  d'  ev  rovroig  i£r,a  s^cov  Ipariov  xrX.,  wo  mit  di
(=  da)  auf  den  durch  die  absoluten  Genetive  bezeichneten  Zeitpunct
recapitulirend  zurückgewiesen  wird,  und  Buttmann’s  12.  Excurs
zur  Rede  gegen  Meidias.
Es  sind  aber  auch  viele  andere  Vermuthungen  möglich.  Es  kann
sein,  dass  npovineosg  echt  ist  und  die  Corruptel  blos  in  ko\(j  liegt,
das  ja  nicht  einmal  die  Autorität  des  Laur.  für  sich  hat.  Das  natürlichste ­
  wäre  dann,  anzunehmen,  dass  ein  von  npooineoeg  abhängiger
Dativ  durch  nolvv  verdrängt  worden  ist.  Hartung  vermuthet  rayw,
wofür  das  Scholion  zu  sprechen  scheint  ineasg  ydp  eig  r6  xsvordtpiov,
  Bonitz  pöpip;  man  könnte  auch  7töt|jlw  und  noch  viele
ähnliche  Vermuthungen  aufstellen.  —  Bezüglich  der  Cons<•■uction
von  npoGn'azTEiv  mit  dem  Dativ  im  Sinne  von  ninrretv  iY.g  rt  vgl.  Eur.
Tro.  290  dvoTuysozdrui  npoainevov  aArjpco.

V.  897  ff.
Was  Göthe  in  Bezug  auf  V.  903  ff  lebhaft  wünschte'),  hatte,
bevor  dieser  Wunsch  ausgesprochen  war,  Jacob  geleistet  (Sophocleae
quaestiones  vom  Jahre  1821),  der  später  (1849)  seine  Ansicht  ausführlicher ­
  entwickelte  und  begründete  in  der  Einleitung  zu  seiner
Ausgabe  S.  17—23.  In  der  That  sind  die  Verse  903—913,  die  Jacob

Eckermann’s  Gespräche  mit  Göthe  Hf,  128:  „So  kommt  in  der  Antigone  eine  Stelle
vor,  die  mir  immer  als  ein  Flecken  erscheint  und  worum  ich  vieles  gehen  möchte,
wenn  ein  tüchtiger  Philologe  uns  bewiese,  sie  wäre  eingeschoben  und  unecht.“
            
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