Beiträge zur Kritik und Erklärung' des Sophokles.
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schaitlich. Wenn man nun in einer solchen Weise., mit Wiederholung
des im ersten Gliede gesetzten Wortes, vom allgemeinen zum besonderen
herabsteigt, darf das beiden Gliedern gemeinschaftliche
Wort im zweiten Gliede kein Epitheton erhalten. Es wird gewiss
einem jeden sein eigenes Gefühl sagen, dass eine solche Ausdrucksweise,
wie „o Stadt, o ihr, der reichen Stadt Männer!“ das Ohr
unangenehm berührt, gerade so wie wenn man z. B. sagen wollte:
„0 Stadt, o der herrlichen Stadt Tempel!“ Dies gilt übrigens nicht
blos von Exclamationen; eben so unangenehm würde das Ohr z. B.
durch folgende Ausdrucksweise berührt werden: „Ich bewundere die
Stadt und besonders der herrlichen Stadt Tempel“ oder „er hat mir
den Krieg und des verderblichen Krieges Drangsale geschildert“.
Man erwartet vielmehr bei einem solchen Anschlüsse „ich bewundere
die Stadt und besonders der Stadt Tempel“ u. s. f.
Y. 853 ff.
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nponinsGsg, to rixvov, nolO.
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L und Lb no'AOv, die übrigen Handschriften nolO.
Irrig ist die allgemein verbreitete Ansicht, dass der Chor hier
der Antigone eine Rüge ertheile und ihr zu Gemiithe führe, sie habe
die Dike schwer verletzt. Am entschiedensten wird diese Ansicht
in Schneidewin’s Ausgabe entwickelt. „Der Chor ist ungehalten,
dass Ant. die Quelle ihres Missgeschicks verschweigt. Daher führt er
ihr in den stärksten Ausdrücken zu Gernüth, dass sie die Dike schwer
verletzt habe, d. h. die Göttinn, welche darüber wacht, dass durch
Gehorsam gegen die Obrigkeit Recht und Ordnung im Staate bestehe.“
Und weiter: „Vorgeschritten auf den Gipfel des Trotzes
hast du dich auf den Thron der Dike gestürzt, ein Ausdruck,
den der Chor desshalb wählt, weil Ant. 451 feierlich sich auf
Seite der Dike gestellt hatte.“
Ist es, fragen wir, denkbar, dass der Chor hier Antigone rügt,
sie habe die Dike schwer verletzt durch ihren Ungehorsam gegen
die Obrigkeit, da doch dieser Ungehorsam gegen die Obrig-