Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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seu beiden Auffassungen, indem zuvörderst Stellen angeführt werden,
in denen sich Analogien für die letztere Erklärung finden sollen,
während es am Schlüsse heisst: „Haemon hat erst den Vater getadelt
und ist dann gereizt zu Spöttereien übergegangen“. Ich kann der am
meisten verbreiteten Auffassung nicht beistimmen, und zwar aus
einem ähnlichen Grunde, wie ich ihn gegen Hermann s Erklärung
hervorgehoben habe. Wenn devvd&iv — loictopeTv (Schimpfwörter
ausstossen) ist und den Ausdruck ipsyeiv fiberbietet, so kann zu
diesem Verbum nicht im tyoyoiai in dem Sinne' von ipiyw>v hinzutreten;
es wäre dies eben so sonderbar, wie wenn man „convicior
vituperans“ sagen wollte. Es bleibt somit nur übrig im ipöyoiai devvdtsiv
in dem Sinne „dem (früher ausgesprochenen) Tadel noch
Schmähungen hinzufügen“ zu nehmen, welche Erklärung sprachlich
zulässig ist und einen sehr passenden Gedanken gibt. Kreon’s Verfahren
mit Antigone ward ja von Haimon gemissbilligt und in mehreren
Äusserungen als ungehörig und für Kreon unvorteilhaft getadelt.
Schon diese missbilligenden Äusserungen haben Kreon mit Unwillen
erfüllt; jetzt aber, wo Haimon sogar zum devvdtetv Lust zu haben
scheint, wird er auf’s äusserste aufgebracht.
Aewdaei? ist keinesfalls auf Äusserungen, die Haimon schon gemacht
hätte, zu beziehen. Irrig ist die Bemerkung: „Haimon . . . ist
dann gereizt zu Spöttereien (diese Bedeutung hat übrigens devvd&iv
nicht!) übergegangen;“ es bezieht sich vielmehr devvdujsig auf die
Schmähungen, die, wie Kreon glaubte, sein Sohn jetzt der in den
Worten ßoOÄei Xsyeiv ri xai leyuv prridev xXiieiv liegenden Ankündigung
derselben folgen zu lassen im Begriffe stand. Dies kann man mit
voller Sicherheit behaupten, wenn man das Verhältnis zwischen
758 f. u. 757 scharf ins Auge fasst. Es sind nämlich nur zwei Fälle
denkbar. Entweder hat das itwa^iv schon stattgefunden; dann
müsste es in den Worten ßovlst — xlüsiv gesucht werden: oder es
hat noch nicht stattgefunden. Die erste Annahme wäre unrichtig, da
die erwähnten Worte kein devvdteiv enthalten; folglich bleibt nur der
zweite Fall übrig. Dass devvd&iv wirklich „Schimpfworte ausstossen“
bedeutet, zeigt der Gebrauch des Wortes klar. Ai 243 xaxd devvd&v
Wichtig ist für die Feststellung der Bedeutung von Sivvd&iv
Her. t), 107, wo sich das dem Verbum zu Gründe liegende Substantiv
ösvvos findet: Ma.ni'jrr,<; ö Aapsiov .... röv nrparriyöv ’Aprstövrrjv
\eye nnWd re xai xaxa, a\la re xai y uv ec t xö$ xaxi w fdg