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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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seu  beiden  Auffassungen,  indem  zuvörderst  Stellen  angeführt  werden,
in  denen  sich  Analogien  für  die  letztere  Erklärung  finden  sollen,
während  es  am  Schlüsse  heisst:  „Haemon  hat  erst  den  Vater  getadelt
und  ist  dann  gereizt  zu  Spöttereien  übergegangen“.  Ich  kann  der  am
meisten  verbreiteten  Auffassung  nicht  beistimmen,  und  zwar  aus
einem  ähnlichen  Grunde,  wie  ich  ihn  gegen  Hermann  s  Erklärung
hervorgehoben  habe.  Wenn  devvd&iv  —  loictopeTv  (Schimpfwörter
ausstossen)  ist  und  den  Ausdruck  ipsyeiv  fiberbietet,  so  kann  zu
diesem  Verbum  nicht  im  tyoyoiai  in  dem  Sinne'  von  ipiyw>v  hinzutreten; ­
  es  wäre  dies  eben  so  sonderbar,  wie  wenn  man  „convicior
vituperans“  sagen  wollte.  Es  bleibt  somit  nur  übrig  im  ipöyoiai  devvdtsiv
  in  dem  Sinne  „dem  (früher  ausgesprochenen)  Tadel  noch
Schmähungen  hinzufügen“  zu  nehmen,  welche  Erklärung  sprachlich
zulässig  ist  und  einen  sehr  passenden  Gedanken  gibt.  Kreon’s  Verfahren ­
  mit  Antigone  ward  ja  von  Haimon  gemissbilligt  und  in  mehreren
Äusserungen  als  ungehörig  und  für  Kreon  unvorteilhaft  getadelt.
Schon  diese  missbilligenden  Äusserungen  haben  Kreon  mit  Unwillen
erfüllt;  jetzt  aber,  wo  Haimon  sogar  zum  devvdtetv  Lust  zu  haben
scheint,  wird  er  auf’s  äusserste  aufgebracht.
Aewdaei?  ist  keinesfalls  auf  Äusserungen,  die  Haimon  schon  gemacht ­
  hätte,  zu  beziehen.  Irrig  ist  die  Bemerkung:  „Haimon  .  .  .  ist
dann  gereizt  zu  Spöttereien  (diese  Bedeutung  hat  übrigens  devvd&iv
nicht!)  übergegangen;“  es  bezieht  sich  vielmehr  devvdujsig  auf  die
Schmähungen,  die,  wie  Kreon  glaubte,  sein  Sohn  jetzt  der  in  den
Worten  ßoOÄei  Xsyeiv  ri  xai  leyuv  prridev  xXiieiv  liegenden  Ankündigung
derselben  folgen  zu  lassen  im  Begriffe  stand.  Dies  kann  man  mit
voller  Sicherheit  behaupten,  wenn  man  das  Verhältnis  zwischen
758  f.  u.  757  scharf  ins  Auge  fasst.  Es  sind  nämlich  nur  zwei  Fälle
denkbar.  Entweder  hat  das  itwa^iv  schon  stattgefunden;  dann
müsste  es  in  den  Worten  ßovlst  —  xlüsiv  gesucht  werden:  oder  es
hat  noch  nicht  stattgefunden.  Die  erste  Annahme  wäre  unrichtig,  da
die  erwähnten  Worte  kein  devvdteiv  enthalten;  folglich  bleibt  nur  der
zweite  Fall  übrig.  Dass  devvd&iv  wirklich  „Schimpfworte  ausstossen“
bedeutet,  zeigt  der  Gebrauch  des  Wortes  klar.  Ai  243  xaxd  devvd&v
Wichtig  ist  für  die  Feststellung  der  Bedeutung  von  Sivvd&iv
Her.  t),  107,  wo  sich  das  dem  Verbum  zu  Gründe  liegende  Substantiv
ösvvos  findet:  Ma.ni'jrr,<;  ö  Aapsiov  ....  röv  nrparriyöv  ’Aprstövrrjv
\eye  nnWd  re  xai  xaxa,  a\la  re  xai  y  uv  ec  t  xö$  xaxi  w  fdg
            
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