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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  {  c  a  I  a

Dieselbe  Bedeutung  wird  dem  xum'AAeiv  in  Böckh’s  Bemerkung
(Wex’sSylloge  p.  199)  beigelegt;  trotzdem  ist  die  Auffassung  Böckh’s,
welcher  Schneidewin  folgte,  der  erstgenannten  in  Bezug  auf  den
Sinn  geradezu  entgegengesetzt,  weil  awrtXXetv  ironisch  aufgefasst
wird.  „Ne  aduleris.  Lass  bei  mir  das  Schmeicheln,  du  ein  Weiberknecht. ­
  Kreon  nennt  die  ihm  eben  zugefügte,  aber  im  Ausdruck
gemilderte  Beleidigung  bitter  eine  Schmeichelei,  und  will  zugleich
sagen,  bei  Weibern  wäre  Schmeichelei  angebracht,  nicht  bei  ihm“.
Diese  offenbar  ganz  unwahrscheinliche  Auffassung  bedarf  nicht  der
Widerlegung.
Andere  fassen  xumAXetv  in  der  entgegengesetzten  Bedeutung
auf.  Musgrave:  „Forsan  xumXXetv,  quod  est  adulari,  duas  eontrarias
fere  notiones  habeat,  plane  ut  dvetot^u)“.  Wunder:  „E  sensu  nexuque
  totius  loci  apparet  valere  vßpi&iv,  sive,  quo  verbo  v.  733.  Creon
usus  est,  devvä&iv.  Contumeliosa  enim  verba  Haemonis  putavit:  si
—ypovetv“.  Dindorf:  „xutMsiv  dicitur  vel  intransitive  garriendi,
vel  transitive  blandiendi  verbis  decipiendive  significatione:  unde  per
xolcoleveiv  et  i^anazäv  interpretantur  grammatici.  Sophocli  vero  de
eo  dicere  placuit  (!)  qui  verbis  increpat,  ut  mox  dewätstv“.  Was
man  doch  alles  dem  Sophokles  zutraut!  Es  ist  gegen  diese  Auffassung
einzuwenden,  dass  diese  Bedeutung  nicht  nur  nicht  sich  mit  Parallelstellen ­
  belegen  lässt,  sondern  dass  sie  nicht  einmal  denkbar  ist;  denn
wie  sollte  sie  sich  mit  dem  sonstigen  Gebrauch  des  Verbums  vereinigen
lassen?
Die  jüngeren  Scholien  bieten  die  Erklärung  [xv  dnura.  p.s,  Xsytov
inzip  avrijg  ip.oi  duay^spaiveiv  rvjv  rcoXiv.  Einigermassen  lehnt  sich
auch  Nauck’s  Erklärung  an  diese  Auffassung  an,  wie  die  Worte
„indem  Kreon  der  Hinweisung  auf  die  dem  Vater  gebührende  Ehrfurcht
eine  schlechte  Absicht  unterschiebt“  und  die  Anführung  von  Theogn.
363  eu  xwtiAAs  tqv  ey_Sp6v  zeigt.  Die  Bedeutung  änaröcv  ist  allerdings
nachweisbar,  aber  die  Erläuterung  des  änazäv  durch  X^wv  ünsp
ocÜTrig  Ep-ol  du'j-^Epaiveiv  und  somit  die  Aufhebung  des  unmittelbaren
Zusammenhanges  zwischen  736  und  733  ist  unwahrscheinlich.  Die
Auffassung  aber  „suche  mich  nicht  durch  glatte  Worte,  schmeichelnd
(s!  p.T)  narrip  ZaS"),  zu  berücken“  ist  ebenfalls  nicht  zulässig;  die
Äusserung  Haimon's  ist  nur  scheinbar  mild,  in  Wirklichkeit  sehr
bitter;  Kreon  konnte  in  seiner  Gereiztheit  gewiss  in  derselben  keine
Schmeichelei,  kein  Streben  ihn  mit  glatten  Worten  zu  berücken  finden.

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