Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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V. 741 ff.
AI. tfnep yvvr) dir aoü yap ovv Kpox.YiSop.ia.
KP. c3 K<xyxdx'.OT£, §iä Sixrig iöjv narpij
AI. ov yäp dixcaa a' i^apapTuvovS’ 6pQ.
Ohne Zweifel hat Hermann mit Recht V. 742 das Fragezeichen
gesetzt. At« ob.-gg Uvea gebraucht Kreon in der Bedeutung „rechten,
streiten“, so dass Stxri = Rechtsstreit, Streit. Haimon greift dies
Wort auf, nimmt es aber in dem Sinne „Recht, Gerechtigkeit“, so
dass für ihn Sia Sixrig Idrv bedeutet „den Weg des Rechtes wandeln“
(wie Plat. Prot. 323 A dt ot Sixcaooüvris isvat), und so erwiedert er:
„Allerdings wandle ich den Weg des Rechtes und zeige dir ihn
hiemit auch, weil ich dich auf den Weg des Unrechts abirren sehe“.
V. 746.
KP. (L piocpdv fjSog xod yvvcaxog uarEpov.
AI. oii xäv eXotg fidtreo ys rcöv txiay^ptöv 6ps.
Die Überlieferung des L ovx av hat Doederlein emendirt. Diese
Emendation ist schon äusserlich wahrscheinlicher als Porson's
Änderung ov räv und sie gibt einen viel angemesseneren und nachdrücklicheren
Sinn, weil durch sie V. 747 in engen Zusammenhang
mit 746 gebracht wird. Wollte man einwenden, dass Haimon den
Vorwurf, er sei yweuxög vanpog, nicht einmal ohne Erwiederung
lassen dürfe, geschweige denn, dass er die Zulässigkeit dieses Vorwurfs
noch durch xat bestätigen sollte: so muss man dagegen
erinnern, dass Haimon von seinem Standpuncte aus ywcaxdg vare.-pov
nicht als Schimpf anerkannte. Kreon wirft mit den Worten
ywuixög üdripov dem Haimon vor, dass er Antigone und ihre That
vertheidige, um sich seine zukünftige Gattinn zu erhalten. Haimon
gibt dies zu und er kann es zugeben. Bisher hat er freilich die Antigone
objectiv vertheidigt, indem er Kreon zu überzeugen suchte, dass
Antigone’s That eine gerechte sei, wobei er auch darauf hinwies,
dass Kreon in seinem eigenen Interesse handeln würde, wenn er von
dem Entschlüsse, sie zu strafen, abginge. Dass Antigone seine Braut
sei und Kreon desshalb Rücksicht nehmen sollte, darauf hinzuweisen