Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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das ovvaoäai uns im Gegensätze zu der Absicht der Antigone
äpsaneiv, olg ccrjsLV ypr, zu denken. El. 319 tpriaiv ys. tpäaxuv d' ovdiv
cov ’Myet noiü. Ts hebt den Gegensatz zwischen dem ytzvca und dem
factischen Verfahren des Orestes (dem ov frotstr) hervor. Unumgänglich
nothwendig ist yi liier ebenso wenig als Ant. 736, da der Gegensatz
von (prjovj in den folgenden Worten ausdrücklich hingestellt wird.
Vgl. auch meine Bemerkung zu El. 1367 (1. Heft, S. SO).
Den folgenden Vers erklärt Bonitz: „Ein Staat hört auf Staat
zu sein, wenn er von eines Einzigen Willen abhängt“. Nauck: „Gewiss
musst du auch fiir andere sorgen, da von einem Staate nicht die
Bede sein kann, wo alles einem einzigen gehört“. Offenbar ist Bonitz
im Beeilte, wenn er in den Worten dvopög sa.3’ ivdg den Begriff der
Abhängigkeit und nicht den des Besitzes findet. Der sogenannte
possessive Genetiv bezeichnet ja nicht immer und ausschliesslich den
Besitzer, sondern auch jenen, der über etwas verfügen kann, von dem
etwas abhängt. Diese beiden Begriffe hängen freilich zusammen; denn
was man besitzt, darüber kann man verfügen; aber oft tritt eben dieser
zweite Begriff entschieden hervor und der andere in den Hintergrund;
vgl. den Ausdruck savroD dvou. Dass es auch hier der Fall ist, lehrt
der Zusammenhang.
Nicht überflüssig dürfte die Bemerkung sein, die ich zu V. 734
zu machen habe. Wenn man bedenkt, wie sehr es Sophokles liebt
bei einem Wortwechsel eine Person Ausdrücke, welche die andere
Person gebraucht hat, aufgreifen zu lassen ] ), so wird man es gewiss
wahrscheinlich finden, dass auch hier Kreon’s ipsl eine Anspielung
auf Haimon’s tp-rioi ist, wie Kreon mit nöhg auf 6[j.67trohg lstl>g zurückweist.
Nimmt man dies an, so muss man auch annehmen, dass
der im V. 734 ausgesprochene Gedanke in inniger Beziehung zu
Haimon’s Worten im V. 733 steht, eine Annahme, die auch an und
für sich schon ganz natürlich ist. Daraus folgt aber, dass raaosiv
durchaus nicht die Bedeutung von inirdGasiv haben kann, wie Nauck
annimmt (vgl. auch Nauck's Bemerkung zu 736 „wenn Kreon sich
von andern sagen Hesse was er anordnen sollte“). Es ist dies ein
Irrthum, in den schon der Sclioliast verfiel: & pi yp'rt TrpoazdaGeiv
rft toAe;, Ixetvri poi sysi. xeAeöe'.v. Natürlich sah sich der Sclioliast
1 ) Vgl. die Bemerkung Jncoh’s zu Ant. 74f».
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