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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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K  v  i  c  a  1  a

Gelehrten,  welche  an  dieser  Stelle  rotut  ivdUoig  mit  iyprjv  verbanden,
sich  geirrt  hätten?  Mit  nichten!  Es  ist,  wenn  man  die  ganze  Stelle,
die  ich  desshalb  im  Zusammenhang  citirt  habe,  erwägt,  einleuchtend,
dass  toloi  d’  ivolxotg  zu  iypriv  gehört.  Ion  raisonnirt  darüber,  dass
die  Gottheit  unter  andern  schlechten  Gebräuchen  auch  diesen  unter
den  Menschen  eingeführt  habe,  dass  alle  Menschen,  ungerechte  eben
so  gut  wie  gerechte,  an  den  Altären  der  Götter  Schutz  suchen  dürfen.
Durch  Nauck’s  Auflassung  wird  der  Zusammenhang  gestört  und  eine
unglückliche  Antithese  „die  Ungerechten  sollten  nicht  am  Altar  sitzen;
für  die  Gerechten  sollte  man  Heiligtlnimer  errichten“  zu  Tage  gefördert. ­
  Ich  sage  eine  unglückliche  Antithese,  weil  Ion  von
einem  von  der  Gottheit  (ö  Bzog  V.  1316)  eingesetzten  schlechten
Brauche  spricht,  das  Upä  xocSiliuv  in  der  von  Nauck  angenommenen
Bedeutung  aber  nur  ein  Menschen  werk  sein  könnte.  Und  wie  befremdlich ­
  wäre  an  und  für  sich  der  Gedanke  rein  d'  ivolxciig  Upä
xa3t£s!v,  cang  'ödtxstr',  iypf,v  nach  Nauck’s  Auffassung!  Und  lässt
sich  Upä  ■x.a.SiZv.v  für  Upä.  idpüziv  mit  Beispielen  belegen?  Oder  hätte
er  unter  Upä  etwa  „heilige  Gebräuche“  verstanden  wissen  wollen?
Dies  ist  nicht  anzunehmen.  Ferner  ist  zu  beachten,  wie  symmetrisch
die  von  Euripides  angewandte  Antithese  angelegt  ist.  Dem  ßoopöv
entspricht  Upä,  dem  ovy  ttziv  xa-3-ii^iv,  iypf,v  findet  sich  in  beiden
Sätzen;  natürlich  entspricht  auch  roten  o  ivdixoig  vollkommen  den
Worten  rovg  piv  ädixovg,  d.  h.  wie  roO?  ädixovg  von  i/prjv  ahhängt,
so  hängt  rolai  ivdixoig  von  dem  zweiten  iypfiv  ab,  wobei  dann  auch
der  Construction  ßojpöv  itziv  die  Verbindung  Upä  y.uSitzcj  entspricht.
Zum  Überflüsse  zeigt  noch  r,dixsTro  klar,  dass  Nauck’s  Auffassung
unrichtig  ist  :  denn  wenn  von  einer  Errichtung  von  Heiligthümern  zum
künftigen  ausschliesslichen  Gebrauche  der  svdixoi  ädixov[xzvoi  die
Bede  wäre,  so  müsste  dang  ddiy.v-,J5"r,aoiro  oder  oang  äv  ädtxoTro
stehen.  Auch  die  folgenden  Worte  xai  irr,  'ui  radrä  roür’  iövr  zeigen
dass  Upä  y.aS’Zziv  =  ßojpov  Zeiv  ist  und  somit  toToi  ivdixoig  mit
iypr,v  verbunden  werden  muss.  —  Eine  zweite  Stelle  findet  sich  hei
Aesch.  Eum.  700  opSovaScu  di  ypr,  xai  ipfjtpov  aipsiv  xai  diayvcövai
dtxvjv,  a(’ocupevot  g  töv  dpxov.  So  lautet  die  Überlieferung,  die  man
freilich  mit  Ganter  in  aidovp.ivovg  verwandelt,  weil  man  jenen  Sprachgebrauch ­
  nicht  zugeben  will.  —  Eine  dritte  Stelle  ist  bei  Luc.  Hermotim.
  38.  Nun  sprechen  aber  auch  Analogien  für  die  Zulässigkeit
der  Construction  des  ypr,  mit  dem  Dativ,  Bei  dsT  findet  sich  der  Dativ
            
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