Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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ausspräche, durch den Zusammenhang, in welchem doch 736 mit
den vorausgehenden Versen stehen muss, unbedingt ausgeschlossen
wird. Ich brauche hier nur auf die diesen Punct betreifende unwiderlegliche
Auseinandersetzung Bonitz's (S. U5) zu verweisen. Es ist
aber auch dann, wenn wir von dem Gedankenzusammenhange absehen,
undenkbar, dass Sophokles dem Kreon die entsetzlich egoistische
Äusserung „soll ich denn etwa für einen andern als für mich
über dies Land herrschen?“ d. i. „soll ich bei meinem Herrschen für
einen anderen als für mich sorgen?“ in den Mund hätte legen sollen.
Dieser Kreon, der den Staat als seine Melkkuh betrachten würde, ist
eine Caricatur des sophokleischen Kreon. Der sophokleische Kreon
ist ein Herrscher, der keines anderen Menschen Meinung hören will,
weil er die unerschütterliche Überzeugung hat, dass er selbst es am
besten verstehen müsse, wie er seine Herrschaft ausüben solle; zugleich
glaubt er aber, dass die Weise, in welcher er herrschen zu
sollen glaubt, die für das Gemeinwohl erspriessliehste ist; er will nach
eigenem Gutdünken, aber nicht lediglich zu seinem Vorthei), ohne
sich um den Vortheil der Bürger zu kümmern, herrschen, ’Eyoj ydo
(sagt er 184 ff), tarw 'Ltug 6 nduä' opöiv ad, out' äv ai.o)7iriaai.ixi
tvjv octz/V opöjv ardyouaav daToXg äuri Tf,g aojTr,piag, out' av (pl.’Xoo
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ioriv •// aojCouaa, nai Taurog im nAiovTsg öpSrjg Toug (piloug tzoiouij.säa.
Vgl. 209 f. Diesen Kreon konnte Sophokles auch in der Hitze
des Wortwechsels nicht jene Äusserung des schmutzigsten Egoismus
tlnin lassen.
Dass die strenge und ausschliessliche Auffassung der Dative
a/J.tp und ip.oi als Dative des Vortheils misslich ist, haben die Herausgeber
auch gefühlt und desshalb bei der Paraphrase unter Zugrundelegung
des Begriffes „zum Vortheil“ einen ganz anderen Begriff einsehieben
zu sollen und einschieben zu können gemeint. So paraphrasirt
Hartung den Vers: „er will regieren für sich, nach seinem
Gutdünken und zu seinem Vortheil: car tel esl nötre plaisir“.
Indem er also die Aulfassung „für sich, zu seinem Vortheil“ zu
Grunde legt, schiebt er plötzlich den Begriff „nach seinem Gutdünken“
ein; und dass er auf diesen hauptsächlich Gewicht gelegt wissen
wollte, geht aus der Hinzufügung der Worte „car tel est notre plaisir“
hervor. Es bedarf keines Beweises, dass diese Unterschiebung
unberechtigt ist. Dieselbe Unterschiebung erlaubt sich Nauck, wenn