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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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neinenden  Antwort  sofort  seinerseits  die  neue  Behauptung  hinstellt;
der  Antwortende  acceptirt  in  einem  solchen  Falle  stillschweigend  die
von  dem  Fragenden  in  der  Frage  angedeutete  Ansicht  als  Grundlage,
als  erstes  Gliedseiner  eigenen  Äusserung,  so  dass  diese  seine  Äusserung
als  unmittelbare  Fortsetzung  der  Frage  erscheint.  Ist  die  von  dem
Fragenden  ausgesprochene  Frage  eine  solche,  dass  der  Fragende  auf
sie  eine  bejahende  Antwort  erwartet,  so  wird  von  dem  Antwortenden
diese  Erwartung  stillschweigend  als  richtig  anerkannt  und  sofort
mit  xxt  eine  mit  der  selbstverständlichen  bejahenden  Antwort  im  Einklang ­
  und  Zusammenhang  stehende  Äusserung  hingestellt.  So  antwortet
auf  die  Frage  der  Antigone  Oed.  Col.  1431  oörtof  xp\  u>  n«t,  raör«
cot  deö'oypivx;  Polyneikes  y.xi  p.rj  p’  kmeyris  y’  =  ourojj  txütx  poi
dedo-)p.ivx  y.xi  pr,  p’  iniv/jig  y.  Dieselbe  Erscheinung  treffen  wir,
freilich  viel  seltener  im  Vergleiche  zu  diesem  ungemein  häufigen
Gebrauch,  auch  dann,  wenn  der  Charakter  der  Frage  ein  solcher  ist,
dass  eine  negative  Antwort  erwartet  wird;  dann  gibt  der  Antwortende
mit  Unterdrückung  der  förmlichen  negativen  Antwort  die  Fortsetzung
mit  ovde  (auch  nicht);  die  Unterdrückung  der  negativen  Antwort
kann  stattfinden,  weil  der  Antwortende  stillschweigend  die  von  dem
Fragenden  bereits  angedeutete  Erwartung  einer  negativen  Antwort
als  richtig  anerkennt.  So  schliesst  sich  an  die  Frage  der  Antigone
Oed.  Col.  1427  f.  ri<;  de  roApr/OS!  xlvwv  rer.  rovd'  eneaj-xi  rxvdpög,
oV  iSeamaev;  die  Äusserung  des  Polyneikes  oüd’  äyyeloOp.ev  fAxvp'
an  =  oddeig  ToXpAasi  (oder  roApr/ffai  äv)  erceaSai,  ovd’  dyyeXoüixev
(plxvpa  (allerdings  würde  niemand  es  wagen  zu  folgen;  aber  wirwerden
auch  nicht  das  schlechte  melden).  Die  Frage  der  Antigone  ist  keine
wirkliche  Frage,  sondern  eine  rhetorische,  durch  welche  Antigone  ihre
Ansicht  oiide'a;  zoAp-r/tjei  zXüojv  an  den  Tag  legt;  diese  negative  Ansicht ­
  macht  Polyneikes  stillschweigend  zu  der  seinigen  und  knüpft  an
die  Frage  sofort  seine  Äusserung  mit  ovoi  an.  Ganz  irrig  ist  die  Bemerkung ­
  hei  Schneidewin-Nauck:  „odcT  äyy.,  auch  werde  ich  diese
Nachricht  nicht  mittheilen:  eine  Fortsetzung  von  1426  (!)“;  es
bedarf  nur  eines  oberflächlichen  Blickes,  um  zu  sehen,  dass  die  Worte
des  Polyneikes  offenbar  auf  die  Äusserung  der  Antigone  Rücksicht
nehmen,  also  mit  dieser  (d.  i.  mit  1427  f.)  im  Zusammenhang
stehen  müssen  und  nicht  mit  1426.
Gibt  man  nun  die  Richtigkeit  dieser  Auffassung  hier  zu,  so  muss
man  auch  in  dem  fraglichen  Vers  unserer  Tragödie  die  Erklärung
            
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