Beiträge zur Kritik und Erklärung des Sophokles.
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neinenden Antwort sofort seinerseits die neue Behauptung hinstellt;
der Antwortende acceptirt in einem solchen Falle stillschweigend die
von dem Fragenden in der Frage angedeutete Ansicht als Grundlage,
als erstes Gliedseiner eigenen Äusserung, so dass diese seine Äusserung
als unmittelbare Fortsetzung der Frage erscheint. Ist die von dem
Fragenden ausgesprochene Frage eine solche, dass der Fragende auf
sie eine bejahende Antwort erwartet, so wird von dem Antwortenden
diese Erwartung stillschweigend als richtig anerkannt und sofort
mit xxt eine mit der selbstverständlichen bejahenden Antwort im Einklang
und Zusammenhang stehende Äusserung hingestellt. So antwortet
auf die Frage der Antigone Oed. Col. 1431 oörtof xp\ u> n«t, raör«
cot deö'oypivx; Polyneikes y.xi p.rj p’ kmeyris y’ = ourojj txütx poi
dedo-)p.ivx y.xi pr, p’ iniv/jig y. Dieselbe Erscheinung treffen wir,
freilich viel seltener im Vergleiche zu diesem ungemein häufigen
Gebrauch, auch dann, wenn der Charakter der Frage ein solcher ist,
dass eine negative Antwort erwartet wird; dann gibt der Antwortende
mit Unterdrückung der förmlichen negativen Antwort die Fortsetzung
mit ovde (auch nicht); die Unterdrückung der negativen Antwort
kann stattfinden, weil der Antwortende stillschweigend die von dem
Fragenden bereits angedeutete Erwartung einer negativen Antwort
als richtig anerkennt. So schliesst sich an die Frage der Antigone
Oed. Col. 1427 f. ri<; de roApr/OS! xlvwv rer. rovd' eneaj-xi rxvdpög,
oV iSeamaev; die Äusserung des Polyneikes oüd’ äyyeloOp.ev fAxvp'
an = oddeig ToXpAasi (oder roApr/ffai äv) erceaSai, ovd’ dyyeXoüixev
(plxvpa (allerdings würde niemand es wagen zu folgen; aber wirwerden
auch nicht das schlechte melden). Die Frage der Antigone ist keine
wirkliche Frage, sondern eine rhetorische, durch welche Antigone ihre
Ansicht oiide'a; zoAp-r/tjei zXüojv an den Tag legt; diese negative Ansicht
macht Polyneikes stillschweigend zu der seinigen und knüpft an
die Frage sofort seine Äusserung mit ovoi an. Ganz irrig ist die Bemerkung
hei Schneidewin-Nauck: „odcT äyy., auch werde ich diese
Nachricht nicht mittheilen: eine Fortsetzung von 1426 (!)“; es
bedarf nur eines oberflächlichen Blickes, um zu sehen, dass die Worte
des Polyneikes offenbar auf die Äusserung der Antigone Rücksicht
nehmen, also mit dieser (d. i. mit 1427 f.) im Zusammenhang
stehen müssen und nicht mit 1426.
Gibt man nun die Richtigkeit dieser Auffassung hier zu, so muss
man auch in dem fraglichen Vers unserer Tragödie die Erklärung