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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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ligt  sich  also  auch  liier,  was  ich  im  ersten  Hefte  der  sophokleischen
Beiträge  über  die  Wichtigkeit  der  von  zweiter  Hand  dargebotenen
Überlieferung  („rot?  xparoücnv  evvoei  non  ah  S,  sed,  ut  videtur,  a  m.
aliquanto  recentiore“  Dind.)  behauptet  habe.
V.  718.
dll'  ehe  Sup£>  x«t  perdffrcojtv  dtöov.
■  Für  vollkommen  richtig  halte  ich  Hermann's  Bemerkung,  dass
in  ehe  eine  absichtliche  Rückbeziehung  auf  das  in  den  beiden  vorausgehenden ­
  Gleichnissen  angewandte  vneUeiv  (V.  713,  716)  enthalten ­
  ist.  Wollte  man  diese  Beziehung  läugnen,  so  müsste  mau
ehe  nach  dem  früher  schon  zweimal  gesetzten  ünehei.  ungeschickt
und  lästig  finden,  wie  jede  Wiederholung  desselben  Ausdruckes
lästig  ist,  wenn  sie  ihren  Grund  in  der  Nachlässigkeit  oder  stilistischen ­
  Armuth  des  Schriftstellers  hat;  befriedigend  und  zweckmässig
sind  nur  solche  Wiederholungen,  durch  welche  die  Kraft  der  Darstellung ­
  erhöht  wird.  Bei  solchen  absichtlichen  und  zweckmässigen
Wiederholungen  ist  es  eine  natürliche  Erscheinung,  dass  der  wiederholte ­
  Ausdruck  in  der  Aussprache  nachdrücklich  durch  die  Betonung
hervorgehoben  wird.  Ist.  an  unserer  Stelle  die  Rückbeziehung  von
ehe  auf  üneh.ei  sicher,  ist  also  auch,  was  damit  zusammenhängt,
ehe  nachdrücklich  zu  betonen,  damit  eben  durch  diese  nachdrückliche ­
  Betonung  die  Absichtlichkeit  der  Wiederholung  hervortreten
könnte:  so  kann  es  als  eben  so  sicher  angesehen  werden,  dass  ehe
in  derselben  Weise  und  Bedeutung  gebraucht  ist,  wie  ünehet,
worauf  es  sich  zurückbezieht;  jede  bedeutendere  Modification  ■)
würde  die  Kraft  und  Zweckmässigkeit  der  Wiederholung  beeinträchtigen. ­
  Es  ist  somit  zu  folgern,  dass  ehe  gerade  so  absolut  in  der
Bedeutung  „nachgeben“  gebraucht  ist,  wie  das  vorausgehende
imeheiv.  Von  diesem  Gesichtspuncte  aus  sind  die  Conjecturen  txkX
ehe  Sv[xoü  (in  einigen  Codd.),  dkl'  ehe  (Martin),  dXX'  ehe
ori  pot  (Schneidewin),  dkk'  ehe  -3-’  v^ptv  zu  verwerfen,  die  letzten  zwei
Conjecturen  ausserdem  auch  desshalh,  weil  es  unwahrscheinlich  ist,

')  Die  Variation  des  einfachen  und  zusammengesetzten  Verbums  ist  keine  bedeutende,
die  Kraft  der  Darstellung'  beeinträchtigende  Modification.
            
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