Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

624

K  v  r  c  a  I  a

nämlich  661  f.  in  der  oben  angegebenen  Weise  auf  Haimon  sieb  beziehen, ­
  so  muss,  wenn  der  Text  uns  vollständig  überliefert  ist,  auch
schon  in  V.  669  f.  eine  Beziehung  auf  Haimon  (neben  der  Beziehung
auf  Antigone)  gefunden  werden;  denn  sonst  würde  zwischen  659  f.
und  661  f.  eine  unausgefüllte  Kluft  sein.  Die  Möglichkeit  dieser
Beziehung  habe  ich  oben  darzustellen  gesucht;  ich  verhehle  mir  aber
nicht,  dass  die  Annahme  dieser  Nebenbeziehung  in  V.  659  f.  nicht
Anspruch  auf  Wahrscheinlichkeit  machen  kann,  weil  das  yäp  im
V.  661  befremdlich  wäre.  Und  dies  führt  mich,  da  ich  die  Ansicht
von  der  Beziehung  der  folgenden  Verse  auf  Haimon  nicht  aufgehen
kann,  consequent  zu  der  Vermuthung,  dass  nach  V.  660  etwas  ausgefallen ­
  sein  dürfte,  nämlich  eine  an  Haimon  gerichtete  Mahnung,  er
solle  gehorsam  dem  Willen  des  Vaters  sich  fügen.  Wenn  der  Ausfall
dieses  oder  eines  ähnlichen  Gedankens  nach  V.  660  angenommen
wird,  so  ist  es  nicht  mehr  nöthig,  in  V.  659  f.  eine  Nebenbeziehung ­
  auf  Haimon  zu  erblicken,  sondern  man  kann  diese  Verse
auf  Antigone  beschränken.  Ein  anderes  Auskunftsmittel  wäre  die
Annahme,  dass  die  Worte  iv  zeig  yäp  oixsiocaiv  zrA.  im  Zusammenhang ­
  mit  663  f.  stehen,  so  dass  665—660  als  eine  an  653  f.  sich
anlehnende  Einschaltung  anzusehen  wäre.  An  den  Gedanken
„verschmähe  das  Mädchen,  versuche  nicht  sie  zu  deinem  Weibe  zu
zu  machen“,  würde  sich  passend  anschliessen:  „denn  wer  in  häuslichen ­
  Verhältnissen  sich  wacker  zeigt,  wird  auch  bei  der  Führung
der  Staatsangelegenheiten  sich  als  tüchtig  zeigen“.

V.  664.
77  zovmzdo^eiv  zoig  xpazoöoiv  hvosl.
L  hat  von  erster  Hand  zoig  xpazOvovoiv  voei.  Man  könnte  nun
sagen,  dass  diese  Leseart  den  Vorzug  verdiene,  weil  xpxzvvziv  ein
seltenes  Wort  für  xpxzsTv  ist  und  weil  sich  oft  die  Erscheinung  darbietet, ­
  dass  seltenere  Ausdrücke  geändert  und  durch  geläufigere  verdrängt ­
  wurden.  Aber  liier  wird  man  wohl  diesen  allerdings  sonst
berechtigten  kritischen  Grundsatz  nicht  zur  Anwendung  bringen  dürfen, ­
  weil  niemals  vom  Herrscherd  xpxzövoov,  oi  xpxzvvovzsg,  wohl
aber  6  xpazcZv,  oi  xpxzovvzeg  gebraucht  wird.  Vgl.  0.  B.  530.
Ant.  738.  El.  340,  396  und  Markland  zu  Eur.  Suppl.  18.  Es  bestä-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.