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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beitrüge  zur  Kritik  und  Erklärung  des  Sophokles.

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in  Schutz  zu  nehmen,  abhalten  soll,  geht,  wie  icli  glaube,  auch  aus
(len  Worten  r,  roüniTxaaetv  rot?  y.pxzoüoiv  evvoel  hervor,  welche  auf
Antigone's  Thal;  zu  beziehen  mir  unstatthaft  erscheint.  Bei  Nauck
liest  man  allerdings  die  Bemerkung:  „Die  Wendung  ist  so  gewählt,
dass  das  widersinnige  Umkehren  der  natürlichen  Ordnung  scharf
hervortritt.  Antigone  hat  indirect  dem  Kreon  Befehle  ertheilt,  sofern
sie  ihren  Willen  über  die  Gebote  des  Herrschers  zu  setzen  gesucht“:
aber  ich  kann  mich  von  der  Zulässigkeit  dieser  Auffassung  nicht
überzeugen.  Ganz  natürlich  dagegen  erscheinen  diese  Worte,  wenn
man  in  ihnen  die  Hinweisung  auf  einen  Vertheidigungsversuch,  den
Haimon  machen  könnte,  erblickt.  Wenn  nämlich  ITaimon  die  Thal
der  Antigone  in  Schutz  nähme  und  den  Vater  aufforderte,  von  der
Bestrafung  abzulassen,  so  wäre  dies  allerdings  nach  Kreon’s  Auflassung ­
  ein  kwov.v  iKizxaav.y  zolg  y.pxzoüaiv.
Der  Zusammenhang  der  folgenden  zwei  Verse  (666  f.)  mit  den
vorausgebenden  liegt  klar  zu  Tage.  Es  sind  diese  Verse  hervorgerufen
durch  die  Worte  r,  zo'jmzxaoEiv  rote  y.pxzovai.v  evvoe?,  und  sie  lehnen
sich  an  dieselben  an.
Eben  so  passend  ist  auch  der  Zusammenhang  von  668—671  mit
der  vorausgehenden  Darstellung.  Mit  zoüzov  zäv  xvSpx  wird  im  Allgemeinen ­
  ein  unbedingt  gehorchender  Mann  (welcher  dem  Herrscher ­
  folgt  y.ai  ap.iy.pif.  y.xi  oi.y.xix  y.xi  zxvavzix),  speciell  Haimon
gemeint.  Auf  wen  könnte  Kreon's  zuversichtliche  Erwartung  (Sapoatr,v
av),  dass  ein  solcher  Mann,  wie.  er  gut  äpysaSxi  versteht,  so  auch  schön
cipyeiv  verstehen  werde,  täglicher  bezogen  werden,  als  eben  auf  den
künftigen  Erben  der  Herrschaft?  Beweist  Haimon,  dass  er  xpytaSxi
wolle,  so  kann  ihm  Kreon  mit  Beruhigung  dereinst  die  Herrschaft
hinterlassen,  da  er  au  ch  schön  äpyjiv  verstehen  wird.  An  deinHysteronproteron,
  statt  dessen  man  vom  modernen  Standpuncte  aus  erwarten
würde  su  piv  äv  xpyjaSco.  Sl\eiv,  y.x\ü>g  o  xpyv.v  oder  üanep  av  su
xpyjaSai  Si'/.irj.  ourw  y.xi  y.xf.d>g  xpyztv  (da  Haimon  jetzt  xpytaSx'-^eXsivsoII.uiii
  derei  nst  y.xlüg  xpysiv)  darf  man  nicht  Anstoss  nehmen.
Den  Grundirrthum  der  Erklärer  finde  ich  also,  wie  man  siebt,
darin,  dass  sie  die  Beziehung  auf  Haimon  nicht  erkannt  haben,  eine
Beziehung,  die  so  natürlich,  als  nur  möglich,  ist  und  in  einzelnen
Ausdrücken  (wie  V.  662  oder  669)  ganz  bestimmt  hervortritt.
Nur  ein  Punct  ist,  wie  ich  nicht  verkenne,  geeignet  Bedenken
zu  erregen,  nämlich  der  Übergang  von  V.  669  f.  zu  V.  661  I.  Soll
            
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