Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

614

K  v  i  c  a  I  a

Obzwar  sich  nun  aber,  wie  ich  glaube,  gegen  die  Möglichkeit
dieser  Änderung  kein  begründetes  Bedenken  erheben  lässtt),  so  gebe
ich  doch  selbst  der  Ansicht  Elmsley’s  (zu  Herakl.  730)  und  Martin's
den  Vorzug,  die  xXög  streichen  und  novriocig  lesen;  denn  für  novr'Lcug
  spricht  die  Autorität  der  Scholien,  vor  der  subjective  Vermuthungen ­
  weichen  müssen.  Die  Einwendung  Schneidewin’s  „allein
dann  würden  die  nvocd  mit  Epithetis  überladen“  ist  nicht  gewichtig
genug,  um  ihretwegen  das  durch  die  Scholien  beglaubigte  novrlaig
aufgeben  zu  können;  denn  solche  „Überladungen“  mit  Epithetis  sind
in  den  Chorliedern  der  Tragiker  nicht  eben  selten:  vgl.  Trach.
953  f.  soS’  ävepoeaad  zig  ysvotT’  snovpog  iaziüz'.g  avptx.  Aesch.
Agam.  179  ff.  m/oai  ö’  and  Hzpvpövog  poXoOaac  x<xx6g%oXgt,  v-f/uzideg,
dvrjoppoi  ßpozüv  «Aat,  vsojv  ts  v.w.  izsiapdzojv  dipv.fteTg.
In  kühner  und  unwahrscheinlicher  Weise  hat  neulich  (Zeitschr.
für  d.  österr.  Gymn.  XV r J,  S.  6)  M.  Schmidt  die  Überlieferung  geändert, ­
  indem  er  vorschlägt  öpoiov  nouzicg,  dvanvooig  orav
Ttvocüg  (r)pyooauv.v  ipsßog  ixpalov  imopdpf  ,  adlog  zuAtvöet
ßvcoöSev  xelouvdv  d-ivx.  Ich  erwähne  diese  Vermuthung,  weil  es
zweckmässig  erscheint  die  Voraussetzung  dieses  Gelehrten,  dass
otö/J.cc  hier  ungehörig  sei,  zu  berichtigen.  „Da  ßucaoSev  xeXcuvav
Sivu.  nicht  den  schwarzen  Sand  der  Tiefe’  bedeutet,  sondern  'aus  der
Tiefe  den  schwarzen  Sand',  oiopa  aber  das  Meer  mit  seinen  Wogenkämmen, ­
  die  aufschwellende  Woge,  Wogenschwall  heisst,  so  ist
olopa  hier  ein  ungehöriges  Wort,  wo  von  dem  Heraufwühlen  des
schwarzen  Schlicks  aus  der  Meerestiefe  die  Rede  ist“.  Aber  die  Vorstellung, ­
  die  der  Dichter  hier  ausspricht,  ist  offenbar  die,  dass  dieselbe ­
  Woge,  die  sich  zu  einem  Wogenberg  aufthiirmt,  im  nächsten
Augenblicke  in  die  Tiefe  hinabfährt  und  aus  dieser  Tiefe  den  Sand
aufwühlt.
Für  sicher  halte  ich  es  ferner,  dass  speßog  vpaXov  imopapy
nicht  die  Erstreckung  oder  Verbreitung  durch  das  unterseeische
Dunkel  bedeutet,  wie  es  gewöhnlich  aufgefasst  wird  (Hermann  „submarinamcaliginem
  percurrit“,  Wunder  „tenebrasmarinaspercurrerit“,
Schn.  —  N.  „intzpiyjiv  von  dem,  was  über  eine  Oberfläche  sich  ver-*)

  Dass  nach  dieser  Änderung  vom  Meere  (rrovnäj  aXc)  seihst,  gesagt  wird  xuXi'vSsi
J?va  (das  Meer  wälzt  seinen  Sand  aus  der  Tiefe  auf),  ist  sicher  11  icht  unstatthaft;
auch  die  Stellung  offy.«  d’j'TKV'joi;  orav  lässt  sich  durch  Analogien  rechtfertigen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.