Die griechischen und türkischen Bestandteile im Romanischen
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den politischen Verhältnissen — weniger Türkisches in sich eindringen
lassen als die neugriechische, und ungleich weniger als die
serbische, deren türkisches Contingent man auf ein Fünftel des ganzen
Wörteryorraths geschätzt hat. Durchaus keinen Einfluss nahmen auf
das Romanische jene älteren ausgestorbenen türkischen Sprachen,
deren Herrschaft in den Donauländern lange genug währte, das Ohasarische
und Komanische. Namentlich in Beziehung auf letzteres lässt
sich an der Hand jenes Wörterbuches, das eine seltene Gunst des
Zufalls uns erhalten hat, diese Behauptung auf das überzeugendste
erweisen. 1 )
Wie aber in der türkischen oder besser osmanischen Sprache
die heterogenen Sprachkreise des Semitischen, Arischen und Altaischeu
zu einer seltsamen Mischung zusammengeflossen sind, deren
Bestandtheile Arabisch, Persisch und Türkisch ein interessantes
Abbild politischer, religiöser und literarischer Bewegungen bieten,
so ist auch der türkische Beisatz im Rumänischen aus den drei
Factoren des Osmanischen gebildet. Auch im Romänischen, dem
östlichsten romanischen Idiom, erscheinen die Klänge Arabiens wie
in dem westlichen Sprachzweige, im Spanischen. So deuten auch
die Sprachen wieder auf jene grosse südliche Curve hin, mit
welcher der arabische Islam Europas Glieder umspännte. Nur isl
im Spanischen die Aufnahme des Arabischen eine reichere gewesen
und sie geschah dort unmittelbar; im Romänischen vollzieht
sie sich nur durch das Medium des türkischen Mundes, also gemäss
türkischer Aussprache und mannigfacher Umprägung der Bedeutung.
Wenn wir aber auf die Quantität arabischer Lehnworle Bedacht
nehmen, so stellt sich das Romänische zwischen das Spanische mit
dem reichsten und das italienische mit dem geringsten Antheil
unter den romanischen Sprachen.
Bei diesem Übergänge türkischer Wortformen auf das romanische
Sprachgebiet sind keine durchgreifenden Lautumwandlungen
wahrnehmbar; nur jene leichten Abänderungen, die man das Mundgerechtmächen
nennt, und die in dem gegenseitigen Austausch fremder
Sprachen immer mitspielen, treten hie und da auf. So behandelt
das Romänische die s-Laute des Arabischen noch nachlässiger als das
Türkische; schon dem Türken vcrfliesscn die Unterschiede von
0 Vocabulaire Latin, persan ct roman de la biblioihequc de Francesco Petrarca in
Kläproth. Mcmoires relatifs « l'Asie 111, 113—234.