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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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Dr.  E.  Robert  R  o  e  s  1  e  r

welche  daselbst  bald  zur  Creme  der  Nation  gebürten,  trug  viel  dazu
bei,  Gräcismen  in  die  romanische  Sprache  einzubiirgern.  Noch  gegenwärtig ­
  ist  ja  die  Conversationssprache  so  mancherBojarencirkel  eben  so
häufig  griechisch  als  französisch  und  das  Romäniscbe  dort  eben  sowenig
salonmächtig,  als  es  in  Deutschland  im  17.  Jahrhundert  das  Deutsche  war.
Ob  aber  nicht  viele  griechische  Worte  aus  anderen  Quellen
fliessen?  Es  ist  dies  bestimmt  zu  vermuthen  für  die  siebenbürgischen
Gegenden,  die  unter  der  Herrschaft  jener  Hospodareu  nicht  standen:
hier  ist  älterer  Bestand  anzunehmen.  Doch  ist  schwer  zu  sagen,  oh
er  sich  blos  in  das  Mittelalter,  oder  sogar  schon  in  die  römische
Zeit  hinaufleitet.  Älterer  Ursprung  ist  auch  nicht  zu  bezweifeln  hei
dem  reicheren  hellenischen  Wortschätze  der  macedoromänischen
Sprache.  Dieser  stammt  aus  dem  jahrhundertelangen  Verkehre
mit  den  Griechen  Thessaliens  und  Macedoniens,  von  welchen  jenes
kleine  isolirte  Völkchen  der  sogenannten  Zinzaren  oder  Kutzowlachen
ganz  umschlossen  wohnt.
Wir  führen  im  folgenden  alle  jene  griechischen  Bestandtheile,
die  im  Macedowlachischen  allein  nachzuweisen  waren,  getrennt  von  ^
denjenigen  auf,  welche  in  der  dacoromänischen  oder  der  Norddonausprache ­
  eingebürgert  erscheinen.  Nur  ist  anzunehmen,  dass  die  Menge
solcher  Graecismen  im  Macedoromänischen  viel  bedeutender  sei,  als
sie  unsere  dürftigen  Hilfsmittel  bisher  zeigen.  Künftige  Dialektforschungen ­
  auf  dem  romänischen  Sprachgebiete  werden  diesen  Umstand
wie  andere  ausser  Zweifel  zu  setzen  vermögen.  Selbst  für  das  Dacoromänische
  sind  wir  nicht  im  Stande  an  Vollständigkeit  der  Sammlung ­
  zu  denken.  Die  Lexikographie  blieb  bis  jetzt  allzu  sehr  hinter
wissenschaftlichen  Ansprüchen  zurück.

Die  Lautverhältnisse  der  aus  dem  Griechischen  herstammenden
Elemente  des  Romänischen  stehen  auf  der  Stufe  des  Mittel-  und  Neugriechischen, ­
  wie  auch  die  Terminologie  wesentlich  dem  Neugriechischen ­
  sich  anschliesst.  Erscheinungen,  die  dieser  Wahrnehmung
widerstreben  und  altgriechischen  Lauten  und  Bedeutungen  sich  anschliessen,
  dürften  aus  der  Zeit  römischer  Ansiedelung  in  Dacien
stammen,  als  das  Griechische,  wie  die  gefundenen  Wachstafeln
beweisen,  im  Lande  lebendig  war.
Begreiflich  sind  Ausdrücke  der  Wissenschaft  und  Culturwörter,
die  einen  europäischen  Ours  erlangt  haben,  aus  diesem  Verzeichniss
            
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