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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Die  griechischen  und  türkischen  Bestandtheile  im  Romanischen.

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gemischteste  aller  romanisehen,  sie  allein  enthält  eine  weitaus  grössere
Zahl  fremder  Worte,  als  alle  romanischen  zusammen.  In  dieser  Beschaffenheit ­
  spiegelt  sie  a^f  das  treueste  die  unruhigen  Verhältnisse
der  Hämushalbinsel  wieder,  deren  Kind  sie  ist.  In  ihren  slavischen,
albanesischen,  griechischen,  türkischen,  magyarischen  und  andern
Elementen  bietet  sie  ein  treues  Abbild  der  Ruhelosigkeit  der  mittelaltrigen
  Geschichte  in  den  Bezirken  ihrer  Entstehung  und  Entfaltung.
Ein  ausgezeichneter  Gelehrter  bat  es  unternommen,  die  slavischen ­
  Bestandtheile  des  Romänischen  aus  dem  bunten  Museum  herauszulieben ­
  ,  zu  siebten  und  zu  ordnen.  Vor  seiner  Leistung  verschwinden ­
  frühere  mehr  minder  unmethodisclie  Versuche;  es  bleibt
durch  sie  eine  feste  Grundlage  für  künftige  Arbeiten  gewonnen  O.  Im
Nachfolgenden  wird  der  Versuch  gemacht,  die  griechischen  und  türkischen ­
  Bestandtheile  in  derselben  Art  auszuscheiden  und  denSprachkreisen,
  deren  Sprösslinge  sie  sind,  zuzuweisen.  Beide  kommen  darin
überein,  dass  sie  nur  kleinere  Bruchtheile  der  Wortmasse  bilden  und
als  blosse  Bereicherungen  des  Lexikologischen,  ohne  Einfluss  auf  die
Grammatik  bleiben.  Dennoch  wird  ihre  Ermittelung  künftige  Studien
auf  diesem  reichen  Gebiete  einigermassen  zu  fördern  vermögen.

Die  griechischen  Bestandtheile.
Das  Volk  der  Walachen  bekennt  sich  zur  griechischen  Kirche,
von  Byzanz  aus  ist  es  dem  Christenthum  zugewendet  worden.  Man  wird
darum  einen  Vorrath  kirchlicher  Bezeichnungen  aus  der  griechischen
Sprache  hier  eben  so  erwarten,  als  bei  den  Völkern,  welche  lateinischem ­
  Ritus  anhängen,  für  kirchliche  Gegenstände  und  Begriffe  römische ­
  Ausdrücke  zahlreich  sind.  Aber  die  griechische  Kirche  verhielt ­
  sich  zu  aller  Zeit  gegen  die  Nationalsprachen  ihrer  Bekenner
nicht  so  abwehrend  als  die  römische,  und  so  war  auch  hei  den  Walachen ­
  neben  dem  griechischen  Ritus  die  Kirchensprache  niemals
griechisch,  aber  bis  in  das  16.  Jahrhundert  auch  nicht  romanisch,
sondern  slavisch.  Aus  diesem  Grunde  ist  so  mancher  kirchliche  Ausdruck ­
  nicht  griechischen,  sondern  slavischen  Herkommens.
Die  lange  Herrschaft  von  Hospodaren  griechischen  Blutes  in  den
Donaufürstenthümern  und  das  Zuströmen  von  fanariotischen  Griechen,

')  Fr.  Miklosich  in:  Die  slavisehen  Elemente  im  Rumunischen.  Wien  1861.
            
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