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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Zu  Pleier’s  Garei.

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einer  Stelle  des  Meieranz  entlehnte  i),  und  dass  am  Ende  des
14.  Jahrhunderts  das  Schloss  Runkelstein  bei  Bozen  mit  Fresken  zu
„Garei“  geschmückt  wurde.  Es  ist  bezeichnend,  dass  der  kunstsinnige ­
  Nikolaus  Vintler  neben  Tristan  Garei  wählte,  als  ob  das
letztere  Gedicht  eine  Perle  der  höfischen  Dichtung  sei  und  desshalb
eine  Verherrlichung  durch  die  Malerkunst  wohl  verdiene.  Püterich
von  Reicherzhausen,  der  Garei  nach  Wigalois  nennt  a),  bestätigt
uns,  dass  unser  Gedicht  noch  um  die  Mitte  des  15.  Jahrhunderts  in
Ansehen  stand.
Es  mag  durch  das  Gesagte  eine  Veröffentlichung  der  gefundenen ­
  Fragmente  um  so  mehr  gerechtfertigt  sein,  als  das  Gedicht  noch
nie  vollständig  erschienen  ist.  Eine  Inhaltsangabe  desselben  habe
ich  bereits  in  den  „Fresken  des  Schlosses  Runkelstein“  (Innsbruck,
1856)  gegeben.  Ich  tlieile  hier  mit  Verweisung  auf  dieselbe  die
Bruchstücke  diplomatisch  genau  mit  und  lasse  zum  Schlüsse  ein
kleines  Verzeichniss  jener  Wörter  folgen,  die  im  mhd.  Wörterbuche
nur  sparsam  belegt  sind.

1 )  Mannes  langer  Mangel
daz  ist  des  herzen  angel  089.
3 )  Zeitschrift  für  das  Alterthum  VI,  JiO.
            
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