Zu Pleier’s Garei.
455
einer Stelle des Meieranz entlehnte i), und dass am Ende des
14. Jahrhunderts das Schloss Runkelstein bei Bozen mit Fresken zu
„Garei“ geschmückt wurde. Es ist bezeichnend, dass der kunstsinnige
Nikolaus Vintler neben Tristan Garei wählte, als ob das
letztere Gedicht eine Perle der höfischen Dichtung sei und desshalb
eine Verherrlichung durch die Malerkunst wohl verdiene. Püterich
von Reicherzhausen, der Garei nach Wigalois nennt a), bestätigt
uns, dass unser Gedicht noch um die Mitte des 15. Jahrhunderts in
Ansehen stand.
Es mag durch das Gesagte eine Veröffentlichung der gefundenen
Fragmente um so mehr gerechtfertigt sein, als das Gedicht noch
nie vollständig erschienen ist. Eine Inhaltsangabe desselben habe
ich bereits in den „Fresken des Schlosses Runkelstein“ (Innsbruck,
1856) gegeben. Ich tlieile hier mit Verweisung auf dieselbe die
Bruchstücke diplomatisch genau mit und lasse zum Schlüsse ein
kleines Verzeichniss jener Wörter folgen, die im mhd. Wörterbuche
nur sparsam belegt sind.
1 ) Mannes langer Mangel
daz ist des herzen angel 089.
3 ) Zeitschrift für das Alterthum VI, JiO.