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vollständig nach der Handschrift des Sentlinger 1 ) und theile die
Beschreibung der am Rheine gelegenen Städte,-) welche unserer
Handschrift, wie den meisten der Cristherrechronik fehlt, unter den
Anmerkungen nach GralFs Abdrucke (Dintisca I, 62) zur Ergänzung
mit. Was den Text betrifft, habe ich mich möglichst genau an die
Handschrift gehalten, nur die jüngere Schreibweise und dieKürzungen
Sentlinger’s habe ich getilgt; die Abweichungen, die ich mir erlaubte,
sind unter dem Striche zu ersehen. Vilmar schreibt (S. 33), dass die
Quelle, woraus dieser geographische Abschnitt geschöpft sei, ihm
verborgen sei. Als Hauptquelle derselben muss die historia naturalis
des C. Plinius Secundus angesehen werden. Ich will jedoch damit am
wenigsten behaupten, dass diese die unmittelbare Quelle unsers
Dichters gewesen sei. Ich habe in den Anmerkungen häufig auf
C. Plinius verwiesen, um das oftmalige Übereinstimmen unsers Geographen
mit dem römischen Naturhistoriker zu zeigen. Andererseits
stimmt unser geographischer Abschnitt oft in so auffallender Weise
zu Megenberg's Buch der Natur, dass man glauben muss, dieser habe
denselben gekannt und benützt. Aus diesem Grunde habe ich in den
Am Schlüsse (1er HS. heisst es : „auch hat ditz puch geschriben vnd volpracht Haintz
Sentlinger von München vnd ein tail gedichtet, vnd ist gar vol pracht, do man
zalt von christes geburd tausent iar drew hundert iar vnd in dem vier vnd newntzigsten
iar an der Etsch auf dem Runckelstain pei meinem herren Niclas dem
Vintler in dem moned Junius an dem dreizehendern Tag. do waz der tag S.Antonii
Confer de Padua.“ Die Handschrift, durchaus von derselben Hand sauber und schön
geschrieben, zählt 305 Pergamentblätter in grösstem Folio. Jedes Blatt enthält in
sechs Spalten 290—300 Verse. Die Initialen sind roth oder blau. Das erste Blatt, sowie
das 215 te enthalten Federzeichnungen. Ich habe das ganze MS. einer genauen
Durchsicht unterzogen und dabei gefunden, dass es die Cristherrechronik ist mit
den gewöhnlichen Compilationen, wie auch die. Wolfenbiittler Handschrift derselben
Chronik von unsenn Schreiber 1399 gefertigt worden ist: „geschriben an dem Lug
pei Leippolden dem vintler, der die weil Zöllner do waz“ (S. Massmann’s Kaiserchronik
111, 179). Die Zuthat des Sentlinger fällt nicht in’s Gewicht, denn sie
beschränkt sich aul Einschiebung von Übergängen, die sich gleich durch rohe
Reime und regellose Verse kenntlich machen. Wenn B. Weber ihn einen
„Reimkünstler“ nennt (Stadt Bozen S. 238) , so klingt dies, wie der bitterste
Hohn. —
2 ) Sie findet sich in der Strassburger, der Colmarer, der Ulmer und der Zeisbergischen
Handschrift. Vilmar, die Handschriftenfamilien der Weltchronik Rudolf’s
von Ems S. 32-