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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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ß  i  s  c  h  o  f  f

V.
Im  vorliegenden  Codex  findet  sich  weder  über  dessen  Entstehungszeit,
  noch  über  dessen  Schreiber  eine  Angabe,  über  letzteren
fehlt  es,  wie  mir  scheint,  auch  an  jedem  genauer  bezeichnenden
Anhaltspunct.  Nicht  so  über  die  Zeit  der  Entstehung.  Die  auf  demselben ­
  Blatte,  auf  welchem  das  Weichbild  schliesst,  befindliche  oben
erwähnte  Notiz  des  Andreas  Czarnissa  v.  J.  1398  lässt  nicht
zweifeln,  dass  der  Codex  vor  dem  Ende  des  vierzehnten  Jahrhundertes
geschrieben  war.  Seine  oben  geschilderte  äussere  Beschaffenheit
weist  ihn  unverkennbar  auch  in  das  XIV.  Jahrhundert  und  ich
möchte  keinen  Anstand  nehmen,  dessen  Entstehung  noch  in  die  erste
Hälfte  dieses  Jahrhunderts  zu  setzen.
Dieselbe  Notiz  des  Andreas  Czarnissa,  welcher  sich  darin
selbst  als  Advocatus  des  deutschen  Oberhofes  auf  dem  Krakauer
Schloss  bezeichnet,  bezeugt,  dass  der  vorliegende  Codex  dem  Vogte
dieses  Gerichtes  bereits  im  XIV.  Jahrhunderte  zur  Hand  gewesen  sein
müsse  und  dieses  Zeugniss  zusammengehalten  mit  dem  Titel  des
Codex  und  mit  der  Notiz  am  innern  Einbanddeckel  lässt  kaum
bezweifeln,  dass  man  in  dem  vorliegenden  Codex  jenes  Buch  oder
eines  jener  Bücher  zu  erkennen  hat,  worauf  sich  die  oben  angeführten
Worte  im  Privilegium  K.  Casimir’s  beziehen.  Demnach  wäre  dieser
Codex  von  K.  Casimir  seihst  für  den  Krakauer  deutschen  Oherhof
bestimmt  und  im  königlichen  Schatze  niedergelegt  worden.  Die
Bestimmung  desselben  für  ein  polnisches  Land  bekräftigen  auch
die  darin  enthaltenen  polnischen  und  deutschen  Eidesformeln
und  erwägt  man  endlich,  dass  der  Inhalt  dieses  Codex  sich,
wie  weiter  unten  gezeigt  werden  wird,  im  Wesentlichen  in  der
polnischen  Rechfssammlung  des  Johannes  de  Lasko  wiederfindet,  so
wird  man  noch  mehr  geneigt  sein,  die  Richtigkeit  obiger  Annahme
anzuerkennen.  Nicht  wenig  bestärkt  in  meiner  Annahme  hat  mich
die  mir  erst  später  bekannt  gewordene  gleiche  Vermuthung  Hecel  s,
des  gründlichen  Kenners  polnischer  Rechtscodices  (a.  a.  0.  S.  207.
Note),  obgleich  hier  keine  Vermuthungsgriinde  angegeben  sind,  etwa
die  Bemerkung  ausgenommen,  dass  dieser  Codex  bis  in  die  neueste
Zeit  wie  ein  Kleinod  beim  Krakauer  Oberhof  aufbewahrt  worden
sei.  —  Auch  über  den  Enlstehungsort  fand  ich  im  Codex  keine  Nachricht. ­
  Im  Titel  wird  gesagt,  K.  Casimir  habe  denselben,  oder  doch
das  in  demselben  enlhaltene  Recht,  in  Magdeburg  erworben,  Allein
            
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