Beilräg-e zur Geschichte des Magdeburgerrechtes.
339
lucanensy Episcopo Sacerdotibus et clericis tuis denuncies publice
ne ministri laycorum fiant nee in rebus eornm procuratores existant
animadvertentes si postmodum hoc facere presumpserint et occasione
ipsius administracionis propter peccuniariam causam clepreliendantur
Indignum est eis ab ecclesia subveniri per quos constat
in ecclesia scandalum generari. — Auf demselben Blatte stellt
weiter in kleiner eckiger Fracturschrift: Eyn yczlicher mag yngesegil
vm yckliche zache dy vor gehegetem dinge nicht vorfestet ist
czu ym czyn mit seinis eynes haut ende der zache dy do vndir
beschrebin stet leuken adir bekennen (vergl. Wasserschieben
Rechtsqu. I, p. 87, cap. 63). Ist is auch ab ymant briue hat von
gerichtis halben imime schult vnd der beschuldigete spricliet her
habe ym dy schult vorgulden her brichit den brif salbdritte Is
ensey denne das dy zache alzo beschrebin zey daz man dy schult
andirzvo nicht gelden sulde wen vor gerichte. — Auf dem letzten
Blatte, welches so wie das erste Blatt der ersten Lage stark gebräunt
ist, findet sich in kleiner stark vergilbter flüchtiger Schrift die lex
12 § 1 cocl. VIII. 18 de dote; darunter am untern Seitenrande Nota
de latitudine mansi ffranconici per hos versus vlnis bisseptem etc.
die in schlesischen Rechtshandschriften oft vorkommenden Gedächtnissverse;
auf der andern Seite auf achtzehn Zeilen der Anfang des
Johannesevangeliums und mehrere sehr flüchtig geschriebene Schöffeneideslormeln
in polnischer und deutscher Sprache. Die deutsche
lautet: Ich swere gote vnd meynem herre dem konige vnd dem
gerichte do ich czu gekorn bin das ich dem Richter noch dem
rechte gehorsam wil seyn vnd den lewten arm vnd reych in dem
lande recht orteil fänden wil vnd den Schoppen Stuel noch dem
deuteze rechte vorsten wil so ich rechte könne vnd wisse vnd des
folge haben wurde vnd den durch keyne suche noch durch liebe
adir gobe lossen wil als mir got helfe vnd dy heyligen — Endlich
darf nicht übersehen werden, dass auf der innern Seite des vorderen
Deckels des hübschen mit Gold verzierten schwarzen Ledereinbandes,
welcher vermuthlich zugleich mit dem oben angegebenen gedruckten
Titel angefertigt wurde, die Notiz befindlich ist: 12. Jan. 1S26 ex
munificentia ill. Presidis et ampl. Senatus Reip. Crac. a. 1823
donatus coclex.