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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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Dr.  F  r,  Müller

(uin  entspricht  dem  Pali  »n.  Dabei  erscheinen  die  drei  Grundstriche ­
  festgehalten  (nach  2)  und  von  unten  nach  oben  gezogen
(nach  1).
Eine  ganz  andere  Quelle  verrathen  die  anderen  unter  den  malayischen
  Völkern  gebrauchten  Alphabete.  Es  sind  dies  die  Schriften  der
Battak,  Redau  und  Lampun  auf  Sumatra,  die  Schriften  der  Makäsaren
  und  Bugi’s  auf  Celebes  und  die  Alphabete,  welche  ehemals  unter
den  Tagala’s  und  den  andern  damit  verwandten  Völkern  auf  den
Philippinen  im  Gebrauche  waren.')
Sie  stimmen  weniger  mit  der  Palischrift  als  mit  der  altindischen.
Wie  die  Verbreitung  der  altindischen  Schrift  unter  diesen  Völkern
möglich  war  und  wann  sie  stattgefunden  habe,  will  ich  hier  nicht
näher  untersuchen;  ich  behalte  mir  diese  und  ähnliche  Fragen  für
eine  grössere  Arbeit  vor,  welche  über  die  Geschichte  und  Entwicklung ­
  der  Schrift  überhaupt  handeln  soll. a )
Gehen  wir  zur  Betracht  ung  dieser  Alphabete  über  (vgl.  die  beigefügte ­
  Tafel),  so  lässt  sich  Folgendes  als  sicheres  Resultat  hinstellen:
k.  Die  Bugi-Makäsarsche  Form  und  die  Form  des  Tagala-Alphabetes
  sind  offenbar  demselben  Grundtypus  entsprossen,  nur
*)  Die  Battak-Sehrift  entnehme  ich  den  Werken  Neuhronnei*  van  der  Tuuk’s  :  Over
schritt  en  uitspraak  der  tobasche  taal,  und  Bataksch-nederduitsch  woordenboek,  und  einem
Bambusrohr  auf  der  kais.  Hofbibliothek  in  Wien;  die  Schriften  der  Redan  und  Lampun
dem  Werke  Crawfurd’s:  History  of  the  Indian  archipelago,  Vol.  II,  Plate  17;  die  Makasarische
  Schrift  den  Arbeiten  von  Matthes:  Makassaarsch-hollandsch  woordenboek,
und  Makassaarsche  spraakkunst;  die  Tagala-Schrift  den  Werken  von  Andres  Carro,  Vocabulario
  de  la  lengua  Ylocana.  Manila.  1849.  Fol.  II  v,  und  K.  Frh.  von  Hügel,  Der
stille  Ocean  und  die  spanischen  Besitzungen  im  ostindischen  Archipel.  Wien,  1860.
(als  Manuscript  gedruckt)  S.  364,  womit  auch  die  Tabelle  bei  Jacquet,  Considerations
sur  Ies  alphabets  des  Philippiues  (Journ.  asiat.  1831)  übereinstimmt.
2 )  Crawfurd  (History  of  the  Indian  archipelago  II.  pag.  76)  stellt  einen  Zusammenhang ­
  der  malayischen  Schriftarten  mit  der  indischen  Schrift  in  Abrede.  Seine  Worte
lauten:  „Attempts  have  been  made  to  trace  the  written  characters  of  the  Indian  islands  to
a  Hindu  origin;  but  of  this  hypothesis  may  he  remarked,  that  while  the  portion  of  the
language  of  the  Hindus,  which  is  contained  in  those  of  the  Indian  islands,  is  distinctly
from  one  origin,  and  bears  the  inost  uniform  marks  of  identity  among  the  most  distant
tribes,  the  f  i  v  e  alphabets  are  not  o  n  1  y  themselves  dissimilar,  but
qui  te  un  1  ik  e  t  o  any  ancient  o  r  modern  written  character  o  f  India. u
Auch  Matthes  (Makassaarsche  spraakkunst,  pag.  2.)  neigt  zu  derselben  Ansicht  hin:  „Het
Makassaarsche  letterschrift,  zoowel  het  oude,  als  dat,  hetwelk  tegenwoordig  in  gebruik
is,  heeft  niet  de  minste  overeenkomst.  in  vorm  met  het  Devanagari
o  f  Sanskritsehe  letterschrift.“
            
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