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allerdings auf den ersten Blick sich wohl empfiehlt, aber hei genauerer
Prüfung kaum bestehen möchte. Die Partikel 70ÖV gebraucht Aristoteles
nicht anders als sie auch sonst im Griechischen gebraucht wird, um nämlich
eine ausgesprochene Behauptung durch Ein Argument oder ein blosses
Indicium zu stützen, sei es, dass der Schreiber mehre nicht hat, oder nicht
anführen will: z. B. Topik 118 a 10 e’viote rät ßekrica ovyi xal at'pEttbrspa - oü
7ap ei ßsAr(ü), avocyxaiov xal at'percbvEpa' 70 70Ov ipiXoiropsiv ßf'Xriov roü y_p-i7-p.azi^etjBai,
«XX 5 ovy atpsrmTspov ~a> evSeei. Metaph. 1083 b 18 s’xeivoi ds
7Öv apiSp.ov rä ovra Xiyouaiv rä 70UV Sscop^p.ara TzpoaaKzovm zoig adip-aaiv
tos e£ eV.sivwv ovrenv rS>v äptSpwv. Wenn also Aristoteles an unserer Stelle
sagte 'die Tragödie ist wenigstens thatsächlich in ihrer Entwickelung
stehen geblieben’, so würde diess im Vorangegangenen den Gedanken
erwarten lassen 'die Tragödie hat ihre Vollendung erreicht und eine fernere
Entfaltung ist nicht zu erwarten,’ woran folgerichtig jenes ‘wenigstens ist
sie thatsächlich stehen geblieben’ sich anschliessen würde. Allein in der
vorangegangenen Ablehnung liegt, wie Bernays richtig herausgefühlt, vielmehr
der Gedanke an die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit einer ferneren
Entwickelung angedeutet. Daher scheint mir 7oOv nicht ganz passend. Was
dagegen 6’ ovv widerrathen könnte, wüsste ich nicht. Denn ist diess auch
nicht überliefert, so wird es doch aus dem handschriftlichen yevopdvvis oov
(worin der Nominativ 7Evg(zevyj unbedingt nothwendig) leicht und einfach
gewonnen. Vgl. noch Nie. Eth. 1171 a 33 ei piv oov dt« zavzx rj dt’ «XXo rt
xou^t£ovrat, «yetV3oy vvp.ßaiv£iv d’ odv oaivczca r0 kcyßdj.
13. to {j-dysSog ex |j.ixpwv [xößcov xrX.
(Zu S. 280.)
An dieser Stelle hat man unterschiedliche ßesserungsversuelie, wie es
mir vorkommt, verschwendet. S. Ty. Mommsen Z. f. A. W. 1843. Suppl.
S. 221. Nitzsch Sagenpoesie S. 630 fg. Susemihl in Fleckeisens Jahrb. 1802,
S. 319. Mir scheint zunächst unzweifelhaft, dass die Worte ix fuxpwv p.u.3cov xat
Xetgsoig 7sXotas a7Z£(7ep.vjv3y] zusammengehören; denn das cre/zvo'v, das die Tragödie
allmülich erlangt hat, beruht auf dem pi^säog und der anovSctia Xi^ig, sowie
anderseits beides, p.ix.poi p.O^ot und yeXoTa Xe'£ic, in dem aaruptxdv, aus welchem
die Tragödie sich allmülich herausgearbeitet, neben einander vorhanden
war. Hier also wird ein Auseinanderreissen nach beiden Seiten sehr widerrathen.
Schwierigkeit macht lediglich das an die Spitze gestellte rö pA^zSog,
das man meines Erachtens nur durch eine gekünstelte Erklärung zum Subjecte
zu üjrsocp.vüvS>j machen kann, obwohl diese Erklärung immer noch um
Vieles gerathener wäre als alle neuerlichen Besserungsvorschläge. Dass man
auf den Gedanken nicht kam, rö pAyeSog als Accusativ abhängig zu machen
von p.txpwv (ix pvAtiiv pixptov r<5 pAyeSog, aus Mythen von geringem Umfange,
wie Aristoteles unzähligemal zu p.ixpog und pAyag sein rö p-dysSog hinzugefügt
hat, voraus oder hinterher), verschuldet die Wortstellung, die allerdings
gerechtfertigt werden muss, damit diese Erklärung nicht ohne Weiteres ah-