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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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V  a  h  I  e  n

In  dieser  ganzen  Erörterung  von  Cap.  7—9  ist  Alles  in  festem
Zusammenschluss.  Die  Tragödie  als  Kunstwerk  verlangt  das  61  ov  xa £
tsIsiov,  den  Abschluss  nach  Aussen  in  einer  dem  Kunstwerk  entsprechenden ­
  Ausdehnung  (pisysSog):  beide  Forderungen  finden  ihre
Verwirklichung  in  der  Einheit  der  Handlung  (p.üSog  stg),  und  diese
wieder  führt  zu  der  nach  den  Gesetzen  der  Wahrscheinlichkeit  und
Nothwendigkeit  vollzogenen  dichterischen  Umbildung  (pipcrjo-tf)  des
gegebenen  Stotfes.  Dieser  Begriff  der  p.i[XY]aig  tritt  kaum  irgendwo
so  deutlich  hervor  als  an  dieser  Stelle,  und  die  nachdrückliche  Betonung ­
  desselben  (1431  b  27  ff.)  verleiht  dem  ganzen  Abschnitte
einen  befriedigenden  Abschluss.  Die  Forderung  des  Dramatischen  ist
damit  erschöpft.
Nach  der  Überlieferung  schliesst  sich  hieran  (1431  h  33  ff.)
eine  Bemerkung  über  eine  unkünstlerische  Art  der  einfachen  Mythen:
tüjv  6k  änlüv  [xOSaiv  xui  np&igscav  ui  insiGooi&özig  sic7t  yjipiarui.
Isyw  6’  sKsiao§ul)6r]  p.üSov,  iv  5>  tu  snsiaöocu  p.sr’  ällrjlu  ovr’
sixdg  out’  uvuyx'n  eivuc.  toiuvtui  ok  noiovvTou  Öko  y.kv  rCbv  <pu01u>v
TTOLVjTCtfV  dt’  UVTOVg,  Ö7IO  6i  TOJV  Ctya^töV  8lU  TOvg  XpLTOeg.  äywvtapiar«
  yup  noiovvTeg,  xai  nupu  rvjv  60vup.iv  nuparsivovrsg
uvSov  7toll&xig  oiaarpscpziv  uvayxä^ovTUi  ro  scpsigr/g.  Dass  die
Worte  Aristotelisch  sind,  davon  kann  der  metaphorische  Gebrauch
von  knsiGoftiüdvg  in  der  Metaphys.  1090  b  19  und  1070  a  1
allein  überzeugen;  und  auch  sonst  findet  sich  nichts  in  den  Worten, ­
  das  nicht  mit  Aristoteles  Gedanken  in  gutem  Einklang  wäre.
Allein,  dass  sie  für  die  hiesige  Stelle  ursprünglich  bestimmt  gewesen, ­
  davon  kann  ich  mich  auch  nach  der  Vertheidigung  von
Spengel  und  der  wiederholten  von  Susemihl  nicht  überzeugen.
Allerdings  war  im  Vorausgegangenen  der  Nachdruck  gelegt  auf
die  einheitliche  Verknüpfung  der  Begebenheiten,  und  von  dieser
Forderung  entfernen  sich  am  meisten  diejenigen  von  den  einfachen
Mythen,  welche  Aristoteles  die  episodischen  nennt.  Allein  der  Fehler ­
  mangelhafter  Verknüpfung  ist  ein  allgemeiner,  nicht  auf  die
einfachen  Mythen  beschränkter,  sowie  die  entgegenstehende  Forderung ­
  eine  allgemeine  ist  (vgl.  1432  a  19  ff.):  ihn  daher  an  den
einfachen  Mythen  allein  hervorzuheben  war  unzweckmässig,  zumal
die  von  Aristoteles  vorgenommene  Sonderung  der  Mythen  in
einfache  und  verflochtene  einem  späteren  Platz  Vorbehalten  ist.
Dass  aber  diese  Abweisung  der  episodischen  Mythen  auch  nicht  als
            
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