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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.  289
Schluss  mit  dem  nur  hierauf  bezüglichen  cü<j«urw?  die  5cavoia
sich  anreiht  ia).
So  gewinnen  wir  denn  endlich  in  diesen  beiden  Sätzen  eine  angemessene ­
  Überleitung  von  der  empirischen  Auffindung  der  sechs
Tlieile  zu  der  Erörterung  des  Werthes,  den  ein  jeder  derselben  für
die  Tragödie  bat.  Jede  Tragödie  muss,  nach  der  erfahrungsmässigen
Betrachtung  derselben,  sechs  Theile  haben.  Diese  Theile  haben
manche  Dichter  so  angewendet,  dass  sie  in  der  Meinung,  jeder  derselben ­
  habe  alles  in  sich,  ihnen  einzeln  je  nach  Begabung  und  Neigung ­
  ein  artbestimmendes  Übergewicht  einräumten.  Diese  Auffassung, ­
  erweist  Aristoteles  im  Folgenden,  ist  nicht  richtig,  indem  sic  h
vielmehr,  an  der  Aufgabe  der  Tragödie  gemessen,  jene  Theile  nach
ihrem  Werthe  und  ihrer  Bedeutung  in  einer  bestimmten  Rangfolge
ordnen.  Diese  habe  ich  unlängst  zum  Gegenstände  einer  besonderen
Erörterung  gemacht,  auf  die  ich  hier  verweise  ^).
Nachdem  Aristoteles  in  der  zweiten  Hälfte  des  sechsten  Capitels
die  empirisch  gefundenen  sechs  Theile  der  Tragödie  auf  vier  in  der
Theorie  der  Tragödie  besonders  zu  behandelnde  reducirt  hat  (Fabel,
Charakter,  Gedanken,  sprachlicher  Ausdruck),  geht  er  mit  dem  siebenten ­
  Capitel  in  die  Einzeluntersuchung  dieser  Theile  ein.  Mit  deutlicher ­
  Abhebung  dieses  neuen  Anfangs  beginnt  er  mit  dem  wichtigsten ­
  derselben,  der  Fabel  und  Composition  14S0  b  21  ötcopu/xevojv
§e  rouroiv,  Xeyojp.iv  p.ezä  ravra  Koiav  rivä  oeX  rr?v  aOaramv  elvai  rüv
Jxpayp.dro>v,  kizeidri  roöro  xai  jxpüjrov  xai  peyivzov  zfig  zpayojoiag
£gtlv.  Die  Untersuchung  über  den  puSog  erstreckt  sich  bis  Cap.  IS
in.,  wo  gleichfalls  mit  scharf  bezeichnetem  Übergang  zu  dem  zweiten ­
  Tlieil  der  Tragödie,  dem  wSog,  fortgeschritten  wird  14S4  a  14
rxepi  p.iv  olv  zfig  züv  7xpayp.dzojv  gvgzäaeojg,  xai  noiovg  nvag
elvai  deX  zovg  p.03-ovg,  eiprizou  Ixavö>g m  r.epi  §e  zä  xrA.  Und  endlich ­
  werden  auch  Cap.  19  in.  die  beiden  noch  übrigen  Theile,  die
überhaupt  behandelt  werden  sollten,  mit  klarer  Abgrenzung  des
neuen  Abschnittes  eingeführt  14S6  a  33  jxepi  piv  oliv  zGjv  äXkojv  rjcb?
tfptirca,  Aoirxdv  oe  jxe.pl  XeEeojg  aal  mavolag  eixxeXv,  deren  Behandlung
bis  Cap.  22  extr.,  dem  Abschluss  der  ganzen  Theorie  der  Tragödie
reicht.  Hiernach  ist  denn  Aristoteles  der  im  sechsten  Capitel  begründeten ­
  Disposition  der  Untersuchung  in  der  Ausführung  selbst  treu
geblieben:  allein,  obwohl  die  Gelenke,  an  denen  die  Glieder  des
Organismus  sich  in  einander  fügen,  sichtbar  sind,  so  sind  doch  im
Sizb.  a.  phil.-hist.  CI.  L.  Bd.  III.  Hfl.  19
            
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