Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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Formen schon hinreichend ansgebildet ist oder nicht, was sich sowohl
an und für sich, ohne Rücksicht auf irgend welche äussere Bestimmung
derselben, als auch mit Rücksicht auf ihre Bestimmung für
die Bühne beurtheilen lässt, gehört nicht an diesen Ort. Die Ablehnung
ist allgemein und schliesst nicht das Versprechen in sich, an
einem 'andern Orte in der Poetik seihst auf diese Frage zurückzukommen
: daher daraus, dass sich keine hierauf bezügliche Bemerkung
weiter findet, nicht auf eine Lücke des Textes zu scldiessen
ist. Nun aber war zu dieser ablehnenden Bemerkung in dem Vorangegangenen
keinerlei Anlass gegeben: denn was Niemand von Rechtswegen
erwarten kann, braucht auch nicht ausdrücklich abgelelmt zu
werden. Daher hat man die Worte von hier entfernt und an das
Ende des Cap ifeis nach dis^Uvca xaS’ zxtxazov hinabgerückt. Dennoch
ist leicht einzusehen, dass sie weder dort sich fest in den Zusammenhang
einlugen, noch auch durch ihre Entfernung der Zusammenhang
an obiger Stelle besser oder nur erträglich wird.
Der Anlass zu jener ablehnenden Bemerkung ist allerdings im
Vorangegangenen nicht, wohl aber im Nächstfolgenden zu finden.
Die Tragödie, sagt Aristoteles, und die Komödie, ausgegangen jene
vom Dithyramb, diese von den phallischen Liedern, slieg allmälich
in die Höhe, und nach mancherlei Veränderungen blieb die Tragödie
stehen, ixsi iayz röv xvzvjg yücnv, xai zo zz zojv vnoxpi.züv 71:}fiSog
zvdg sig ovo npüzog Mayykog rrjc/.yz x.t'a. Zunächst scheint klar,
dass die von Aeschylos und Sophokles aufgebrachten Neuerungen die
letzten sind, durch welche die Tragödie, um den Aristotelischen
Ausdruck beizubehalten, kayz rrjv avrng (pvaiv, so dass die Worte
xcc'c zö zz zoiv vKOxp'.njiv — oxr^voy pafiuv Zotpoxkög als eine erläuternde
Ausführung zu jenen zu betrachten sind. Was aber Aristoteles
mit jenen nicht immer richtig verstandenen Worten sagen wollte, lässt
sich durch eine Stelle der Physik aufhellen: 193 a 36 zo ydp ovväixu.
odp^ 77 ogzovv ovz’ syzi noj zrjv kavzov tpvaiv, kpiv o.v Idßri zo zloog
zo xazci zov Aoyov, S opiCo/xevoi Xsyojxsv zi kozi nccpli 77 ciaroöv, ovzs
fiiazi sgz’.v. ‘Denn was bloss der Potenz nach Fleisch oder Knochen
ist, hat noch nicht seine eigene Natur, ehe es die begriffliche Form
erhalten hat, welche wir angeben, wenn wir definiren, was Fleisch
oder was Knochen sei’. Diess auf die Tragödie angewendet, sagt
also Aristoteles, dieselbe habe mancherlei Veränderungen durchlaufen,
die zwar auf dem Wege zur Tragödie lagen, aber noch nicht