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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

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V  a  h  1  e  n

Excerptors  gelitten  habe,  scheint  mir  eine  unbegründete  Annahme
zu  sein  °).
Homer  aber,  der  in  einer  Person  beide  Gattungen,  das  7ivog
amvQoüo'j  in  Ilias  und  Odyssee,  das  7ivog  yaulov  in  dem  Margites
vertritt,  bildet  die  Ueberleitung  zu  einer  dritten  Entwicklungsstufe
der  Dichtung,  und  zwar  zu  beiden  Seiten  des  auch  auf  dieser  verwirklichten ­
  Gegensatzes:  indem  er  in  seinen  epischen  Darstellungen,
in  Ilias  und  Odyssee  sowohl,  wie  imMargites,  dramatisch  componierte,
gab  er  das  Vorbild  für  die  eigentlich  dramatischen  Gattungen,  und  zwar
in  Ilias  und  Odyssee,  ihrem  hohen  Stile  entsprechend,  für  die  Tragödie, ­
  in  dem  Margites,  gemäss  dessen  komischem  Stil,  für  die  Komödie:
W37rep  di  y.ai  rd  GTrcvdaXa  p.akiGra  Ttoir,rrig  "0p.yp6g  r,v  (p.övog  7  dp
ot:  iu  dXkd  [ori]  y.cci  pupJ/ffstc,*  dpap.an.xdg  inoi-OGtv),  ouroi  y.ai
ra  rrjg  xo)p.o>diag  oyrip.ara  rrpürog  uTrsdsi^sv,  av  ■•poyov  dWd  ro  7s-Aoiov
  dpap.arotzoiriaag-  6  7äp  Mapytrrig  avdloyov  s^st,  oiGKep  ’lhdg
xai  f}  ’OdvGGeia  irpög  rag  rpaywdiag,  ovroj  xai  ovrog  npog  rdg  xo>-poidiag.

Als  aber  nun  Tragödie  und  Komödie  zum  Vorschein  gekommen
war,  da  warfen  sich,  ihrem  eigenen  Charakter  entsprechend  (xard
rr,v  oixüav  ipC/aiv)  die  einen  statt  auf  Jamben  auf  Komödien,  die  andern ­
  statt  auf  Epen  auf  Tragödien,  um  so  mehr,  da  zwar  Jambus
und  Komödie,  sowie  Epos  und  Tragödie  im  Kunststil  einander  entsprechen, ­
  die  letzteren  aber  (Komödie  und  Tragödie)  bedeutender
und  ehrenvoller  zu  sein  schienen.
Damit  schliesst  der  zweite  Abschnitt  in  dieser  Untersuchung
über  den  Ursprung  der  Dichtung.  Angemessen  aber  knüpft  sich  an
die  letzte  Entwicklungsstufe  der  Dichtung,  auf  welcher  Tragödie  und
Komödie  erscheinen,  eine  Bezeichnung  der  Stadien,  welche  die  Entfaltung ­
  dieser  beiden  Gattungen  vom  Anfang  bis  zu  ihrer  völligen
Ausbildung  durchlaufen  hat.  So  werden  denn  von  1449  a  7—31
die  Wandelungen  der  Tragödie,  von  a  32—h  9  diejenigen  der  Komödie ­
  durchgegangen.  Ehe  aber  Aristoteles  daran  geht,  die  allmäliche
Entwickelung  der  Tragödie  an  einigen  Hauptphasen  zu  erläutern,
lehnt  er  eine  damit  in  Verbindung  stehende  Untersuchung  ab:  ro  piv
011  v  imoxorteXv,  dp’  £y_n  yjdr]  v  rpaytadia  roXg  dthaiv  ixavöig  v?  oü,
adrd  ts  xaS'  avrö  (0)  xpivsrai  [77  vai\  xai  npdg  rd  Siarpa,  aXkog
loyog  <°).  So  nämlich,  denke  ich,  ist  die  vielbesprochene  Stelle  zu
schreiben:  die  Betrachtung,  sagt  Aristoteles,  ob  die  Tragödie  in  ihren
            
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