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V a h 1 e n
Grundanlagen des Menschen neben einander: nur darf es auffallen,
dass, während Eingangs zwei natürliche Ursachen der Dichtkunst
(ovo atriai yvaixod') angekündigt waren, die zweite nur beiläufig in
dem abschliessenden Satze (xard tpüatv ori arU) herzugenommen
wird, ohne dass ihrer vorher gedacht worden wäre. Man würde
geneigt sein, an eine Lücke des Textes zu glauben, wenn nicht der
parenthetische Zusatz r6t yäp p.irpa Sn xrl. andeutete, dass von
pvS[J.6g und dpp.ovia im vorhergehenden nicht die Rede gewesen.
Auf dieser allgemeinen Grundlage für den Ursprung der Dichtung
erörtert Aristoteles 2. die Entstehung der einzelnen Dichtarten
1448 b 24 — 1449 a 6: dem yevvfjaat pisv S'ktog rrjv nownxriv
(1448 b 4) entspricht duonänSr, di xarärd oixeta -rjSri r, nroiriatg
(b 24). Hier findet die in dem ersten Abschnitte des allgemeinen Theiles
(1448 a I ff.) aufgestellte Sonderung der Dichtarten nach ihrem
Kunststile in würdige und niedrige ihre Anwendung. Und wie dort
diese Scheidung beruhte auf dem Charakterunterschiede der darzustellenden
Personen (dem onovoaXov und pavlov ^3-o?der npcirrovrsg),
so wird hier die Entwickelung der entgegengesetzten Dichtarten aus
dem entsprechenden Gegensatz in den Charakteren der darstellenden
Dichter abgeleitet.
Es sonderte sich also die Dichtung nach den den Dichtern eigenthümlichen
Charakteren: duairdaSrri xard rd oixita (näml. rüv
[j.ttj.ou[Aiv(j)v) rj noirjmg. Die Einen nämlich vermöge ihres auf das
Hohe und Edle angelegten Charakters (oi ssp-vorspo!) folgten dem
Nachahmungstrieb in der Darstellung des Hohen und Edlen: rag
xaldg £fup.oövro Ttpd^stg xai rag roov rotovrcov: die andern, deren
Charakter niedriger angelegt (ot svreliarspot), wendeten sich der
Darstellung des Niedrigen und Gemeinen zu (rag- rüv yaOAcov). Die
Darstellungen jener ergaben Lob- und Preislieder (vij.voi xai iyxMp.ta),
Verherrlichungen edler Menschen und edler Handlungen: diejenigen
der anderen Dichter Tadelgedichte (tpöyot). Für die erste Gattung
(vp.vot und iyx.Sip.ta) führt Aristoteles keinen Beleg au: von ihrem
Gegensatz, den ■■pöyoi, habe es zwar schon vor Homer viele Beispiele
gegeben, aber zu nennen weiss er doch nur ein Homerisches, den
Margites und dem ähnliche: und der Margites selbst, obwohl er unzweifelhaft
auf diese Seite des Gegensatzes gehört, verdient doch
nicht so sehr die Bezeichnung eines tpöyog als eines komischen
Epos (b 37).