Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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nicht übergangen werden: denn sollten sie mit der chorischen und
dramatischen Dichtung ein organisches Ganze bilden, so mussten sie
die Fähigkeit besitzen, sich dem Kunststile jener anzuschmiegen. Der
dritte Unterschied dagegen beruht wesentlich auf dem Verhältnisse,
welches der Dichter zu seiner Dichtung einnimmt, oh er es seihst ist,
der in seiner Person spricht, oder ob es andere Personen sind, die er
reden, oder die er alles in Handlung darstellen lässt. Bei diesem Unterschied
also, der in die Dichtung seihst hineingelegt ist, hatten
Orchestik und Musik keinen Platz, und es genügte dem Aristoteles,
durch iv rot? adrot? darauf hinzudeuten, dass die Mitanwendung
jener Künste und ihrer Mittel mit allen hier aufgestellten Darstellungsweisen
sich verträgt.
Hiernach begreift sich endlich auch, dass Aristoteles die
Anwendung oder Nichtanwendung von Musik und Orchestik nicht
hergeleitet hat aus der besonderen Art der Dichtungsweise, etwa so,
dass das Epos, weil erzählender Natur, sich auf das metrische Wort
beschränke, das Drama dagegen und die Chorlyrik, weil durch Handlung
und Action darstellend, Musik und Orchestik zu ihren Darstellungen
hinzunähmen. Eine derartige Herleitung ist durch nichts angedeutet,
vielmehr nahm Aristoteles die Thatsache, dass einigen
Dichtgattungen die musikalisch-orchestische Begleitung eigen war,
anderen nicht, aus der Erfahrung, wie sie die griechische Dichtung
darbot.
Aristoteles fasst, wie abschliessend, das Resultat der bisherigen
Erörterung zusammen (sv zpiii ör? zai/zcag öiatpopcäg pup.W?
£ot:v arX.), um eine aus den verschiedenen bisher dargelegten Gesiehtspuncten
resultirende Parallelisirung der Dichtarten anzuknüpfen:
Epos und Tragödie treten neben einander nach der Gleichartigkeit
des Kunststiles (anmoalov), Tragödie und Komödie dagegen in der
Darstellungsweise, die hei beiden die handelnde ist und in der
Kir beide geltenden Bezeichnung 5pä\j.a. ihren Ausdruck gefunden hat.
Diese letztere Bemerkung gibt den Anlass zu einer Digression über
die Ansprüche des dorischen Stammes auf die erste Erfindung beider
dramatischen Gattungen: Ansprüche, welche zwar auch auf anderes,
aber insbesondere auf den den Doriern eigenthümlichen Gebrauch
des Wortes opäv gegründet werden.
Und nun erst schliesst Aristoteles den ganzen ersten Abschnitt
des ersten grundlegenden Theiles der Poetik ab: rcspi p.iv oüv züv
Sitzb. d. phiI.-hist. Cl. L. Bd. III. Hft. 18