Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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der Dichtung als solcher die Rede (/6'yoj-/j.srpov) als ihr Medium
angehört, so musste für die mit der Dichtung zusammenwirkende
Musik und Orchestik gleichfalls das besondere Medium einer jeden
aufgesucht werden. Daher waren sie, wegen ihrer Verbindung mit
der dramatisch - chorischen Dichtung, in ihrer Selbständigkeit zu
fassen und nach ihrem Darstellungsmittel zu befragen. Hatte sich
ergehen, dass die Musik in Rhythmus und Harmonie, die Orchestik
im Rhythmus sich bewegt, so waren nun erst die Mittel der dramatischen
und chorischen Aufführung in Rede, Rhythmus und Harmonie
gefunden.
Die gleiche Reihe von Dichtarten nebst den zugehörigen Künsten
der Musik und Orchestik wird der zweiten Sonderung nach dem
Objecte der Darstellung, oder nach modernem Ausdruck dem Kunststile,
zu Grunde gelegt. Da es nur auf nachahmende Darstellung
handelnder Persönlichkeiten (npocrrovTsg) ankommt, so geht Aristoteles
von dem Grundunterschied aller Charaktere aus, die entweder
würdige (anovdoüoi) oder niedrige (yaüAoi) sind. Auf diesen Gegensatz,
der auf der Grenzlinie zwischen ethischer und ästhetischer
Würdigung liegt, lässt sich die ganze Mannigfaltigkeit der Charaktere
schliesslich zurückführen (roOzoig omoIovSsT [xövotg cf. de part. anim.
646 a i7 Metapli. 1042 b 4), und anderseits ergibt sich daraus,
dass die, welche Handelnde darzustellen haben, sich entweder an
das Maass der Wirklichkeit halten, oder über dieselbe in das Ideal
hinauf-, oder unter dieselbe in die Carricatur hinabsteigen können:
wie diese Unterschiede sich am deutlichsten hei den Malern herausgestellt
haben. Sie müssen sich aber bei den genannten poetischmusischen
Künsten, die es alle mit der Darstellung von Handlungen
und Handelnden zu thun haben, gleichfalls anwenden lassen, in
der Musik und Orchestik, in der nach ihren Mitteln (X6yoi-\piXo[xstpta)
benannten Gruppe von Dichtarten, in dem Dithyramb und
Nomos, und endlich in der Tragödie und Komödie, die, während hei
jenen innerhalb derselben Gattung die Gegensätze sich ausgebildet
haben, in dem nämlichen Gegensatz als selbständige Gattungen
auseinander getreten sind.
Aristoteles wendet sich zu dem dritten der früher angekündigten
Unterschiede der Dichtarten, der aus dem Wie der Nachahmung
entspringt. Hier ergibt sich zunächst eine zweifache Scheidung:
man kann bei denselben Mitteln und in demselben Kunststile