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Halm
Zu Minucius Felix.
Von Dr. K. Bai in.
Die schöne, aber wegen grosser Verderbnisse des Textes
schwierige Schrift 'Octavius’ des Minucius Felix hat sich bekanntlich
als achtes Buch des Arnohius erhalten. Man kennt vom Arnobius
und Minucius Felix nur zwei Handschriften, die Pariser und Brüssler,
welche letztere jedoch erweislich nur eine Abschrift der Pariser ist,
also für die Kritik nicht in Betracht kommen kann. Oh ausser diesen
beiden noch eine dritte jetzt verschollene existiert habe, aus welcher
die editio princeps Romana vom J. 1543 geflossen, ist streitig. Mich
haben die Gründe, die Ed. de Muralto in seiner Ausgabe des Minucius
Felix (Zürich 1836) p. X sqq. für Annahme einer dritten Handschrift
beibringt, nicht im mindesten überzeugt; ich bin vielmehr der
Ansicht, dass die editio princeps auf einer lüderlichen Abschrift des
Codex Parisinus beruhe und dass die wenigen Verbesserungen, die der
schwer verderbte Text in ihr gefunden hat, solcher Art sind, dass sie
von einem jeden mittelmässigen Kenner der lateinischen Sprache und
alten Literatur leicht gemacht werden konnten.
Indess, wie man auch darüber urtheilen möge, so sind jedenfalls
alle Abweichungen der editio princeps in den vielen schlimmen
Stellen der kleinen Schrift der Art, dass aus ihnen für die Verbesserung
des Textes nichts zu gewinnen ist; zu dessen Recension
kann blos die Pariser Handschrift dienen. Sie ist zuerst durch Ileraldus,
genauer durch Rigaltius bekannt geworden, aber es waren nur einzelne
Abweichungen, die man von der editio princeps erfuhr, eine vollständige
Collation des Codex ist bis auf Ed. de Muralto, einen Schüler
Orelli s, nicht bekannt geworden. Wer dessen Ausgabe kennt, muss
meinen, dass ein getreues Abbild des Codex unicus vorliege; denn
Muralto hat eine Abschrift des Codex genommen und diese mit nur
geringen, in den Noten mitgetheilten Abweichungen abdrucken lassen.