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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 50. Band, (Jahrgang 1865)

166

Halm

entes  in  Romanos  dominarentur.  Aber  die  Handschrift  hat  die  beachtenswerthe
  Lesart  barbarü  seruitute,  also  wohl  barbarorum  *)
servitutem,  was  auch  einen  besseren  Gegensatz  zu  in  Romanos
bildet.  C.  47  pars  autem  (exercitus)  uel  dedita  uel  in  fuga  e  uersa
e,  woraus  zu  verbessern  ist:  in  fuga  cuersa  est.  Cap.  49,  wo  Lenglet
  sinnlos  schreibt:  cuius  (veneni)  vis,  referto  stomaclio  repercussa,
valere  non  potuit  in  praesens,  sed  in  languor  em  malum  versa
pestilentiae  similem,  ut  diutius  protracto  spiritu  cruciamenta  sentiref
  ist  die  Angabe  unrichtig,  dass  der  Cod.  die  Lesart  uerso  habe;
er  hat  vielmehr  uerse,  was  man  richtig  in  sed  in  languorem  malum
uersu  e  fest)  pestilentiae  similem  bereits  verbessert  hat.
Auch  für  die  Ergänzung  einiger  Lücken,  die  in  der  Handschrift
durch  Verletzung  des  Pergaments  entstanden  sind,  hat  sich  die  neue
Abschrift  nutzbar  erwiesen.  In  der  Schilderung  von  den  kannibalischen ­
  Ausschweifungen,  die  sich  Maximinus  auf  seinen  Zügen  im
Orient  erlaubt  hat,  heisst  es  Cap.  38:  postremo  hunc  iam  induxerat
  morem,  ut  nemo  uxorem  sine  permissu  eins  duceret,  ut  ipse
in  omnibus  nuptiis  praegustator  esset,  ingenuas  virgines  servis
suis  donabat  uxores.  sed  et  comites  eius  sub  tali  principe  imitabantur
  .  .  .  suorum  cubilia  impune  violabant.  Die  Lücke  gibt
H.  Laubmann  genauer  als  man  bisher  wusste,  so  an:  imitabat u
si///////////////////////  suoru;  vor  dem  Riss  sind  noch  zwei  Buchstaben
si  sichtbar,  vor  suorum  noch  der  untere  Rest  eines  u.  Dass  aber  die
an  und  für  sich  unpassende  Ergänzung  ciuiü  oder  domesticoru
nicht  richtig  sein  kann,  zeigt  ein  herabreichender  Strich  drei  oder
vier  Linien  vor  dem  Reste  des  u,  der  auf  einen  Buchstaben  f,  p  oder
q  schliessen  lässt.  Wir  vermutheten  auf  diese  Angabe  hin  sogleich
hospitum,  und  fanden  dieses  so  ganz  passende  Wort  bereits  von
Heumann  vorgeschlagen.  Bei  der  weiteren  Ergänzung,  die  nöthig
ist,  hat  man  übersehen,  dass  imitabantur  ohne  Object  nicht  stehen
kann.  Der  Anfang  des  vermissten  Wortes  ist  in  den  zwei  Buchstaben

*)  Vielleicht  jedoch  ist  barharum  geradezu  aufzunehmen.  Dieselbe  Genetivform  haben
bei  Nepos  Milt.  2,  1  und  Alcib.  7,  4  die  zwei  besten  Handschriften,  der  cod.  Parcensis
  und  Guelferb.,  an  der  ersteren  Stelle  auch  der  cod.  P.  Danielis.  Andere  Beispiele ­
  dieser  mehr  euphonischen  Form  werden  sich  bei  weiterer  Beobachtung
eben  so  gut  finden,  als  die  Form  liberum  (von  liberi  'Kinder’)  jetzt  durch  zahlreiche ­
  Beispiele  aus  den  besten  Handschriften  des  Cicero  sicher  beglaubigt  ist.
            
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