Kirchenväter in den Bibliotheken der Schweiz.
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copiert der Handschrift bei, von denen ich eine Abschrift genommen
habe. Auf eine völlige Entzifferung wird man wegen der dunklen Gattung
des Pergaments und der engen darüberstehenden Schrift verzichten
müssen. — Die grosse Zahl von Handschriften aus dem neunten
Jahrhundert und aus noch früherer Zeit lässt auch einen Rückschluss
auf die geistige Thätigkeit des Klosters machen. Schon im zehnten
Jahrhundert muss der Fleiss der Mönche im Abschreiben und der Eifer
der Abte im Sammeln von Handschriften bedeutend nachgelassen haben,
noch mehr in den folgenden; denn im Grossen betrachtet steht die Zahl
von jüngeren Handschriften in keinem Verhältniss zu den ehrwürdigen
älteren. Hätte der Eifer nur noch ein paar Jahrhunderte in gleichem
Masse fortgedauert, so müsste der Handschriftenschatz der Bibliothek
geradezu ein unvergleichlicher geworden sein, tu späterer Zeit ist nur
noch eine sehr bedeutende Erwerbung gemacht worden, die Bibliothek
des berühmten Geschichtschreibers Tschudi, die auch in der patristischen
Literatur mehrere sehr werthvolle Sachen enthält. Abgesehen
von dem Alter haben die Handschriften von St. Gallen auch dadurch
noch einen besonderen Werth, dass die Mehrzahl als völlig intact
erscheint; durcheorrigierte und durch Rasuren aller Art entstellte
Handschriften gehören in St. Gallen zu den Seltenheiten, während in
anderen Bibliotheken der umgekehrte Fall die Regel ist.
Bios das auf meiner Reise in der Schweiz gewonnene Material
ist ein so reichhaltiges an werthvollen Handschriften ersten Ranges,
dass man mit Bestimmtheit behaupten kann, dass sich aus denselben
eine grosse Anzahl von Schriften der Kirchenväter in wesentlich berichtigter
Gestalt herstellen lässt. Wie es scheint, so ist die für diesen
Zweck so ungemein wichtige Bibliothek von St. Gallen für die Patres,
die längst in gedruckten Texten Vorlagen, noch wenig oder gar nicht
benützt worden; man hat dort nur nach inedita, von denen Manches
auch ungedruckt hätte bleiben können, gespürt; für eine Textesberichtigung
der Hauptschriftsteller erscheint die so reiche Bibliothek
noch als eine unerschöpfte Fundgrube.
Da meine Zeit nicht hinreichte auch die Bibliotheken zu Basel,
Einsiedeln und Schaffhausen zu besuchen, so unternahm Herr Prof.
Wölfflin in Basel und Schaffhausen die Untersuchung der dortigen
Handschriften. Ein Verzeichniss der etwas über hundert Nummern umfassenden
Handschriftensammlung (fast sämmtlich auf Pergament)
der St. Johannis oder Ministerialhihliothek zu Schaffhausen hat Hänel