Halm. Verzeichniss der älteren Handschriften lat. Kirchenväter etc. 107
SITZUNG VOM 17. MAI 1865.
Der historischen Commission sind eingesandt worden: „Berichtigungen
und Ergänzungen zu dem in den Fontes rerum austriacarum
Vol. 21 abgedruckten Nekrologium des ehemaligen Chorherrn-Stiftes
St. Pölten“, von Herrn Dr. Franz Dudik.
Verzeichniss der alteren Handschriften lateinischer Kirchenväter
in den Bibliotheken der Schweiz.
Von Dr. K. Halm.
VORREDE.
Indem ich mich beehre der hohen kaiserl. Akademie die von
mir angefertigten Verzeichnisse der älteren Handschriften lateinischer
Kirchenväter in den Bibliotheken der Schweiz vorzulegen, erlaube
ich mir über die von mir untersuchten Bibliotheken folgenden kurzen
Bericht zu erstatten.
Zuerst besuchte ich die Stadtbibliothek von Bern, welche aus
dem Nachlass von Peter Daniel und Bongarsius eine so bedeutende
Zahl von Handschriften ersten Banges besitzt. Für die historische
und classische Literatur ist sie wichtiger als für die patristische,
aber auch für diese ist die Zahl von alten und werthvollen Handschriften
eine nicht unbeträchtliche. Nachdem ich mir aus dem
gedruckten Katalog von Si nner, der für seine Zeit eine sehr lobenswerthe
Arbeit ist, alle älteren Handschriften, in welchen sich Stücke
von Kirchenvätern finden, aufgezeichnet hatte, ging ich die vorgemerkten
Handschriften sämmtlich durch, um die hei Sinner oft
nicht ausreichenden Notizen zu ergänzen. Bei dieser Nachlese ergab
sich, dass der Katalog von Sinner mancherlei Mängel hat. Das